Für die Aktie von Bayer sieht es aktuell wieder etwas düsterer aus. Mit dem Verlust von fast 2 % am Donnerstag war der Titel auf nur noch ca. 48 Euro gerutscht. Es sieht nicht so aus, als würde am heutigen Freitag nun ein Durchbruch nach oben gelingen können. Die Aktie ist derzeit weitgehend impulslos. Die Perspektive ist indes erstklassig. Denn am übergeordneten Bild ändert dies bislang jedoch wenig: Bayer befindet sich weiterhin im Aufwärtstrend.
Neue Nachrichten aus dem operativen Geschäft, die den jüngsten Kursrückgang erklären könnten, gibt es derzeit nicht. Im Mittelpunkt steht vielmehr weiterhin der Glyphosat-Komplex. Bayer und die beteiligten Parteien haben den Termin im Zusammenhang mit dem US-Vergleich auf den 14. September verschoben. Damit müssen sich Anleger länger gedulden, bis in dieser für den Konzern wichtigen Frage mehr Klarheit herrscht.
Die Marke von 50 Euro bleibt die Hürde
An der Börse macht sich die Verzögerung bemerkbar. Obwohl der längerfristige Aufwärtstrend intakt ist, gelingt es Bayer derzeit nicht, die Marke von 50 Euro nachhaltig zu überwinden. Genau dort wartet eine wichtige charttechnische Hürde.
Bis zur Entscheidung im September fehlt momentan ein neuer Impuls. Die jüngsten Geschäftszahlen sind bereits bekannt und in den Kursen verarbeitet. Damit rückt die Entwicklung der Glyphosat-Rechtsstreitigkeiten wieder stärker in den Vordergrund. Bis neue Nachrichten vorliegen, sind weitere Schwankungen rund um das gegenwärtige Kursniveau durchaus möglich.
Bemerkenswert ist dabei die große Differenz zwischen dem Börsenkurs und den Einschätzungen der Analysten. Nach den jüngsten Quartalszahlen haben mehrere Häuser ihre positive Haltung gegenüber Bayer bestätigt beziehungsweise hohe Kursziele genannt.
UBS sieht Bayer bei 62 Euro
Die UBS nennt für die Bayer-Aktie ein Kursziel von 62 Euro. Ausgehend von 48,05 Euro entspräche dies einem rechnerischen Potenzial von rund 29 %. Deutsche Bank Research bestätigte ihre Kaufempfehlung und sieht das Kursziel bei 60 Euro. Das wären noch knapp 25 % Potenzial.
Noch etwas optimistischer ist Goldman Sachs. Dort liegt das Kursziel bei 63,50 Euro. Gegenüber dem aktuellen Niveau entspricht das einem rechnerischen Aufschlag von gut 32 %. JPMorgan nennt 61 Euro und sieht damit ebenfalls deutlich höhere Notierungen als derzeit an der Börse.
Die Analysten bleiben damit auf Grundlage der wirtschaftlichen Entwicklung und der zuletzt positiver eingeschätzten Perspektiven bei den Glyphosat-Rechtsfällen überwiegend zuversichtlich. Die Börse folgt diesen Erwartungen bislang allerdings nur eingeschränkt.
Der entscheidende neue Impuls könnte deshalb erst im September kommen. Bis zur nächsten wichtigen Entscheidung im Glyphosat-Komplex dürfte die Unsicherheit die Aktie begleiten. Die Kursziele der Analysten versprechen indes noch immer einen erheblichen Ausflug von mehr als 20 %.
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