Zwei Zulassungen an einem Tag — und die Aktie bewegt sich kaum. Bayer erhielt heute in Japan die Freigabe für gleich zwei Produkte, doch der Jubel bleibt aus. Der Grund liegt tiefer als die Pharma-Pipeline reicht.
Was Japan freigegeben hat
Das japanische Gesundheitsministerium erteilte Bayer heute die Marktzulassung für Eylea 8 mg zur Behandlung von Makulaödemen infolge retinaler Venenverschlüsse. In der Phase-III-Studie QUASAR hielt die Wirkung bei mehr als 60 Prozent der Patienten über ein Behandlungsintervall von vier Monaten oder länger an — ein Beleg für die verlängerte Dosierungsfrequenz, die das Mittel von älteren Alternativen abhebt. Die Vermarktungsrechte außerhalb der USA hält Bayer gemeinsam mit Partner Regeneron.
Ebenfalls zugelassen wurde das MRT-Kontrastmittel Ambelvist (Gadoquatrane) — nach Unternehmensangaben die weltweit erste Freigabe für dieses Produkt. Es enthält 60 Prozent weniger Gadolinium als vergleichbare Mittel auf dem japanischen Markt und ist für alle Altersgruppen einschließlich Neugeborener zugelassen. Zulassungsanträge für die USA, die EU und China hat Bayer bereits eingereicht.
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Fünf Milliarden Euro belasten den Cashflow
Trotz der positiven Meldungen legte die Aktie heute nur moderat zu. Das Kursplus von knapp zwei Prozent auf 38,40 Euro täuscht nicht darüber hinweg, dass der Titel seit Monatsbeginn rund zwölf Prozent verloren hat und deutlich unter seinem 50-Tage-Durchschnitt von 42,73 Euro notiert.
Der Hauptgrund: Bayer erwartet für 2026 einen tief negativen freien Cashflow, belastet durch litigationsbezogene Auszahlungen von rund fünf Milliarden Euro. Im Zentrum stehen die Roundup-Klagen in den USA — noch immer rund 65.000 offene Forderungen von Klägern, die einen Zusammenhang zwischen dem Wirkstoff Glyphosat und Krebserkrankungen geltend machen.
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Einen möglichen Wendepunkt bietet der US Supreme Court. Dieser hat im Januar zugestimmt, Bayers Berufung gegen ein Roundup-Urteil zu hören. Am 27. April beginnen die mündlichen Verhandlungen; eine Entscheidung wird in der zweiten Junihälfte erwartet. Das Gericht soll klären, ob Bundesrecht zu Warnhinweisen das einzelstaatliche Recht überlagert — mit weitreichenden Folgen für künftige Klagen.
Hauptversammlung und Quartalszahlen im Blick
Am 24. April findet die Hauptversammlung statt. Vorstand und Aufsichtsrat schlagen eine unveränderte Dividende von 0,11 Euro je Aktie für das Geschäftsjahr 2025 vor. Zur Wahl in den Aufsichtsrat stehen Marcel Smits, ehemals Chairman und CEO für den asiatisch-pazifischen Raum bei Cargill, sowie Alfred Stern.
Der nächste fundamentale Prüfstein folgt am 12. Mai mit der Vorlage der Quartalszahlen. Bis dahin dürfte das Supreme-Court-Verfahren Ende April das dominierende Thema für Bayer-Investoren bleiben — mit einem Urteil, das den Ausgang Tausender künftiger Klagen mitbestimmen könnte.
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