Der Rechtsstreit um Roundup bekommt einen festen Fahrplan: Bayer hat den genauen Termin für die verschobene gerichtliche Anhörung zur endgültigen Genehmigung des milliardenschweren Sammelvergleichs bekanntgegeben. Das zuständige Gericht in Missouri verhandelt nun am 14. September 2026 über die finale Absegnung – zuvor war der Termin von ursprünglich Mitte August auf Wunsch beider Seiten verschoben worden.
Verschobene Anhörung nun terminiert
Die US-Tochter Monsanto und die Anwälte der Klägerseite hatten gemeinsam beantragt, die zunächst für den 19. August geplante Anhörung zu verlegen. Bayer nannte den neuen Termin am Donnerstag.
Für Anleger ist das Datum mehr als eine Formalie: Es markiert den Zeitpunkt, an dem sich entscheidet, ob der milliardenschwere Vergleich – nach Angaben aus dem Verfahren mit einem Volumen von bis zu 7,25 Milliarden US-Dollar – gerichtlich final gebilligt wird.
Ganz ausgeräumt ist das Risiko damit nicht. Ein US-Berufungsgericht hatte zuletzt festgestellt, dass Bayer nicht vollständig vor Roundup-Klagen geschützt ist. Zudem versuchten Klägeranwälte, das Verfahren nach Kalifornien verlegen zu lassen; Bayer widersprach und geht weiterhin davon aus, dass Missouri zuständig bleibt.
Ein positiver Ausgang der Anhörung im September würde einen zentralen Unsicherheitsfaktor aus der Bewertung nehmen – ein Scheitern könnte die jüngste Erholung der Aktie dagegen rasch bremsen.
Starkes Quartal als Rückenwind
Der rechtliche Fahrplan trifft auf ein operativ solides Bayer. Am vergangenen Donnerstag hatte der Konzern Quartalszahlen vorgelegt, die den Kurs beflügelten: Der Umsatz stieg auf 10,87 Milliarden Euro, das bereinigte EBITDA übertraf mit 2,14 Milliarden Euro deutlich die Analystenschätzungen.
Haupttreiber war die Agrarsparte Crop Science, deren operativer Gewinn um knapp 30 Prozent auf 902 Millionen Euro kletterte – gestützt durch besseres Glyphosat-Pricing und die Wiederzulassung von Dicamba-Herbiziden durch die US-Umweltbehörde EPA.
Bayer bestätigte zudem den währungsbereinigten Jahresausblick und senkte nach dem Verkauf einer Minderheitsbeteiligung am Verhütungsmittelgeschäft an das Private-Equity-Haus Apollo die Prognose für die Nettofinanzverschuldung zum Jahresende auf 29 bis 30 Milliarden Euro.
Konzernchef Bill Anderson sprach von einem guten Weg zu den Jahreszielen und einer „soliden“ Eindämmungsstrategie, wies aber zugleich auf wichtige verbleibende Meilensteine hin – ein Hinweis, der angesichts des anstehenden Gerichtstermins an Gewicht gewinnt.
Analysten bleiben zuversichtlich
Die jüngsten Analystenreaktionen fielen entsprechend positiv aus. Goldman Sachs hob das Kursziel für Bayer am 5. August von 62,50 auf 63,50 Euro an und beließ die Einstufung bei „Buy“. Analyst James Quigley begründete dies mit der starken Finanzentwicklung des Konzerns und verwies auf ein starkes Pharma-Geschäft sowie die anstehende Klärung der Glyphosat-Streitigkeiten als weitere Kurstreiber.
JPMorgan-Analyst Richard Vosser bestätigte am 4. August die Einstufung „Overweight“ mit einem Kursziel von 50 Euro und verwies auf leicht steigende Markterwartungen für das Gesamtjahr.
An der Börse zeigt sich die Aktie zuletzt uneinheitlich: Am heutigen Montag verliert das Papier 0,88 Prozent auf 49,46 Euro und bleibt damit 8,17 Prozent unter dem 52-Wochen-Hoch von 53,86 Euro. Der bevorstehende Gerichtstermin im September dürfte in den kommenden Wochen zum entscheidenden Kurstreiber werden – deutlich stärker als einzelne Handelstage.
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