Die für heute angesetzte gerichtliche Anhörung zum 7,25 Milliarden US-Dollar schweren Roundup-Vergleich hat nicht stattgefunden. Der Termin war bereits zuvor auf den 14. September verschoben worden, wie Bayer auf seiner Website zur Roundup-Litigation bestätigt.
Verschiebung auf gemeinsamen Antrag
Bayer sowie die Klägeranwälte hatten am 5. August gemeinsam beim zuständigen Gericht in Missouri eine dreiwöchige Verschiebung der sogenannten Fairness-Anhörung beantragt. Ursprünglich sollte das Gericht bereits heute über die Genehmigung des milliardenschweren Vergleichs mit Monsanto und Klägeranwälten entscheiden.
Reuters berichtete, die Verschiebung solle mehr Zeit für sogenannte Opt-out-Anträge schaffen – also für Kläger, die sich gegen eine Teilnahme am Vergleich entscheiden und stattdessen individuell klagen wollen. Bayer unterstützt die Terminverlegung nach eigenen Angaben ausdrücklich.
Für Anleger bedeutet die neuerliche Verzögerung zunächst Stillstand in einer der zentralen Rechtsfragen, die den Konzern seit Jahren belasten. Der Vergleich soll einen Großteil der noch offenen Glyphosat-Klagen in den USA abschließend regeln.
Je mehr Kläger jedoch von der Opt-out-Möglichkeit Gebrauch machen, desto unsicherer wird die tatsächliche finanzielle Entlastung, die der Vergleich am Ende bringt. Die zusätzliche Frist bis zum 14. September soll genau diese Frage klären, bevor das Gericht final entscheidet.
Kursreaktion bleibt verhalten
Die Bayer-Aktie zeigte sich von der ausgebliebenen Anhörung wenig beeindruckt. Das Papier notiert aktuell bei 48,72 Euro und damit knapp über dem Schlusskurs vom Vortag von 48,64 Euro.
Der Titel bewegt sich weiterhin deutlich über seinem 200-Tage-Durchschnitt von 40,58 Euro, was die längerfristige Erholung seit dem Jahrestief unterstreicht. Zum 52-Wochen-Hoch von 53,86 Euro, erreicht Anfang Juli, fehlen der Aktie derzeit rund 9,5 Prozent.
Die Ruhe an der Börse dürfte auch damit zusammenhängen, dass der neue Termin bereits seit rund zwei Wochen bekannt ist und somit einpreist war. Der eigentliche Nachrichtenwert liegt weniger im heutigen Nicht-Ereignis als in der Bestätigung, dass sich der Rechtsstreit um Glyphosat noch mindestens bis in den September hinzieht.
Blick auf den 14. September
Bis zur neuen Anhörung bleibt für Bayer-Anleger vor allem die Frage entscheidend, wie viele Kläger sich gegen den Vergleich stellen. Ein hoher Anteil an Opt-outs würde die Kalkulation hinter den 7,25 Milliarden US-Dollar in Frage stellen und neue Unsicherheit in eine Aktie tragen, die zuletzt von der Aussicht auf einen Abschluss der Rechtsrisiken profitiert hatte.
Der Konzern selbst signalisiert mit der Zustimmung zur Fristverlängerung, dass er an einer gründlichen Klärung vor der finalen Entscheidung interessiert ist – auch wenn das bedeutet, das Kapitel Glyphosat noch etwas länger offenzuhalten.
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