Während die US-Handelspolitik weite Teile der Pharmabranche nervös macht, gibt sich der Leverkusener Konzern demonstrativ gelassen. Neue Importzölle scheinen die Jahresprognose ebenso wenig zu gefährden wie die anhaltenden juristischen Altlasten. Stattdessen zeichnet sich auf der rechtlichen Seite eine unerwartete politische Unterstützung ab, die dem Unternehmen massiv in die Karten spielen könnte.
EU-Abkommen sichert Prognose
Für viele europäische Arzneimittelhersteller klingen die von US-Präsident Donald Trump angekündigten Importzölle bedrohlich. Ab September sollen neue Abgaben für Unternehmen greifen, die sich nicht zur Inlandsproduktion verpflichten oder Preisvereinbarungen ablehnen. Bayer sieht die eigenen Ziele für 2026 jedoch nicht in Gefahr.
Ein bestehendes Handelsabkommen zwischen den USA und der Europäischen Union begrenzt die Zölle auf Arzneimittel auf maximal 15 Prozent. Laut US-Präsident und Chief Operating Officer Sebastian Guth ist dieser Deckel bereits vollständig in die Unternehmensplanung eingeflossen. Die Prognose eines bereinigten operativen Ergebnisses (EBITDA) zwischen 9,6 und 10,1 Milliarden Euro bei stabilen Umsätzen behält somit ihre Gültigkeit.
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Wende im Glyphosat-Streit?
Parallel zur Handelspolitik hellt sich auch die juristische Lage auf. Mit Kentucky hat nun der dritte US-Bundesstaat ein Gesetz verabschiedet, das Bayer vor bestimmten Glyphosat-Klagen schützt. Besonders relevant für Anleger ist allerdings eine anstehende Anhörung vor dem US-Supreme Court Ende April. Hier geht es um die zentrale Frage, ob das bundesstaatliche Pestizidgesetz FIFRA staatliche Warnhinweispflichten überlagert. Das Justizministerium der Trump-Regierung hat sich dabei in einem Schriftsatz offiziell auf die Seite von Bayer gestellt – eine bemerkenswerte Kehrtwende zur vorherigen Administration.
Trotz der gewaltigen Altlasten der Monsanto-Übernahme, die für 2026 weiterhin einen negativen freien Cashflow von rund fünf Milliarden Euro erwarten lassen, honorieren Investoren die jüngsten Entwicklungen. Mit einem aktuellen Kurs von 40,12 Euro hat sich das Papier auf Sicht von zwölf Monaten um beachtliche 100 Prozent verteuert.
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Dichter Terminkalender
In den kommenden Wochen stehen für Aktionäre mehrere konkrete Termine an, die den weiteren Kursverlauf maßgeblich beeinflussen können:
- 24. April: Virtuelle Hauptversammlung mit Abstimmung über eine Dividende von 0,11 Euro und Neuwahlen im Aufsichtsrat.
- 27. April: Mündliche Anhörung vor dem US-Supreme Court zur FIFRA-Rechtsfrage.
- Mai: Veröffentlichung der Quartalszahlen für das erste Jahresviertel.
- 4. Juni: Fristende für Kläger zum Ausstieg aus dem Missouri-Vergleich.
Die Kombination aus verlässlicher Jahresprognose und juristischem Rückenwind verschafft dem Management wertvollen Handlungsspielraum. Sollte der Supreme Court zugunsten des Konzerns entscheiden, würde dies die milliardenschweren Glyphosat-Risiken in den USA drastisch reduzieren und die aktuelle Bewertung der Aktie fundamental untermauern.
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