Inclusive Capital hat sich von seiner Bayer-Beteiligung getrennt — und das zu einem Preis, der rund 25 Prozent unter dem Einstiegsniveau von Anfang 2023 liegt. Rund 8,5 Millionen Aktien wechselten für 318 Millionen Euro den Besitzer, knapp 90 Millionen Euro weniger als beim ursprünglichen Engagement. Ein unrühmlicher Abschluss für einen Investor, der einst auf eine rasche Konzernwende gesetzt hatte.
Aktivist zieht die Konsequenzen
Jeff Ubben, Gründer von Inclusive Capital und einer der bekanntesten aktivistischen Investoren der Wall Street, hatte Bayer maßgeblich mitgeprägt: Er wirkte auf die Ablösung von CEO Werner Baumann hin und forderte wiederholt eine Aufspaltung des Konzerns. Beides blieb ohne den erhofften Effekt. Nachfolger Bill Anderson setzte eine strategische Überprüfung zur Aufspaltung aus und strukturiert den Konzern auf anderem Weg um.
Ubben sitzt noch bis 2028 im Bayer-Aufsichtsrat — seine Investmentgesellschaft Inclusive Capital plant jedoch offenbar die vollständige Schließung. Bereits im November 2023 hatte er Investoren über seine Absicht informiert, mehrere Fonds zu liquidieren. Marktbeobachter werten den Blockverkauf als Signal, dass Ubben das Aufwärtspotenzial der Aktie als vorerst ausgeschöpft betrachtet.
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Schwieriges Umfeld verstärkt den Druck
Das Timing trifft Bayer in einer technisch fragilen Phase. Erst am 23. März hatte die Aktie die 100-Tage-Linie nach oben gekreuzt — der Blockverkauf drückte den Kurs umgehend wieder darunter. Mit einem RSI von 16,5 signalisiert die Aktie derzeit eine stark überverkaufte Lage, notiert aber gleichzeitig rund 11 Prozent unterhalb des 50-Tage-Durchschnitts.
Fundamental bleibt das Bild belastet. Die Ergebnisprognose für 2026 lag unterhalb der Markterwartungen, der freie Cashflow sank 2025 um 32,9 Prozent auf 2,08 Milliarden Euro. Rund 65.000 noch offene Roundup-Klagen dürften 2026 zu einem negativen freien Cashflow führen — die Nettoverschuldung lag zuletzt bei knapp 30 Milliarden Euro.
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Zwei Termine prägen das zweite Quartal
Zwei Ereignisse werden die weitere Entwicklung maßgeblich bestimmen. Am 27. April beginnen die mündlichen Verhandlungen vor dem US Supreme Court zur Frage, ob Schadensersatzklagen wegen fehlender Roundup-Warnhinweise durch Bundesrecht ausgeschlossen sind. Ein günstiges Urteil — erwartet für die zweite Junihälfte — könnte einen erheblichen Teil künftiger Klagen entkräften. Fällt es negativ aus, reicht der bestehende Vergleich möglicherweise nicht aus, um das Klagerisiko dauerhaft zu begrenzen.
Auf der Hauptversammlung am 24. April steht eine Dividende von 0,11 Euro je Aktie zur Abstimmung, die Quartalszahlen zum ersten Quartal folgen am 12. Mai. Bis dahin bleibt die Aktie zwischen operativem Umbau, Rechtsunsicherheit und dem Nachklang eines prominenten Ausstiegs eingeklemmt.
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