Der Leverkusener Agrar- und Pharmakonzern hat einen wichtigen Meilenstein im langwierigen Glyphosat-Verfahren erreicht. Ein US-Gericht winkte einen milliardenschweren Vergleich vorläufig durch, während das Unternehmen gleichzeitig seine operativen Jahresziele für 2025 erfüllte. Die Erleichterung am Markt hält sich jedoch in Grenzen, da der Ausblick auf das laufende Jahr die massiven finanziellen Narben der Rechtsstreitigkeiten schonungslos offenlegt.
Milliarden für den Rechtsfrieden
Im Zentrum der Aufmerksamkeit steht die vorläufige gerichtliche Genehmigung eines 7,25 Milliarden Dollar schweren Klassenvergleichs. Dieser soll aktuelle und künftige Schadensersatzforderungen rund um den Unkrautvernichter Roundup für eine Laufzeit von bis zu 21 Jahren abdecken. Konzernchef Bill Anderson knüpft die Vereinbarung allerdings an eine harte Bedingung: Die Akzeptanzrate der Kläger muss nahezu bei 100 Prozent liegen, damit das Rahmenwerk funktioniert. Anwälte, die zehntausende potenzielle Mitglieder vertreten, äußerten bereits Kritik an der weitreichenden Haftungsfreistellung. Bayer behält sich explizit das Recht vor, die Vereinbarung bei unzureichender Beteiligung zu kündigen.
Operativ stabil, Cashflow bricht ein
Abseits der Gerichtssäle lieferte Bayer im abgelaufenen Geschäftsjahr 2025 solide Zahlen ab. Der währungs- und portfoliobereinigte Umsatz stieg leicht auf 45,5 Milliarden Euro, getragen von einem starken Mais-Saatgutgeschäft und Medikamenten wie Nubeqa. Das Nettoergebnis rutschte wegen der hohen Rechtskosten dennoch mit 3,6 Milliarden Euro tief ins Minus.
Deutlich schwerer wiegt für Investoren die Prognose für 2026. Der Konzern rechnet mit einem negativen freien Cashflow von bis zu 2,5 Milliarden Euro, da in diesem Jahr rund fünf Milliarden Euro für Rechtsstreitigkeiten abfließen sollen. Entsprechend negativ reagiert die Börse: Die Aktie verzeichnete heute einen Rückgang von 2,12 Prozent auf 39,20 Euro. Damit summiert sich der Kursverlust der vergangenen 30 Tage auf gut 15 Prozent, da die immensen künftigen Mittelabflüsse die fundamentale Bewertung belasten.
Richtungsweisendes zweites Quartal
Die kommenden Monate definieren den weiteren strategischen Pfad für den DAX-Konzern. Am 27. April wird der US Supreme Court Argumente zu einer möglichen Präklusion von Warnhinweis-Klagen anhören, eine Entscheidung fällt voraussichtlich Ende Juni. Im Juli steht zudem die finale Genehmigung des Glyphosat-Vergleichs an. Bis diese juristischen Hürden genommen sind, dürfte die hohe Schuldenlast, die laut Unternehmensplanung bis Jahresende wieder auf bis zu 33 Milliarden Euro ansteigen wird, den Handlungsspielraum von Bayer stark einschränken.
Bayer-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Bayer-Analyse vom 12. März liefert die Antwort:
Die neusten Bayer-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Bayer-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 12. März erfahren Sie was jetzt zu tun ist.
Bayer: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...


