Zwei Meldungen innerhalb weniger Tage haben den Rahmen für Bayers weiteres Jahr gesetzt: ein Jahresabschluss, der die eigenen Ziele erfüllt, aber mit einem enttäuschenden Ausblick endet – und ein US-Gericht, das grünes Licht für den milliardenschweren Glyphosat-Vergleich gibt. Für die Aktie, die im vergangenen Jahr noch bei unter 20 Euro notierte und heute bei rund 40 Euro handelt, steckt in beiden Entwicklungen erhebliches Potenzial – aber auch erhebliches Risiko.
Glyphosat-Vergleich: Vorläufig genehmigt, noch nicht in trockenen Tüchern
Am 4. März erteilte der 22nd Judicial Circuit Court of Missouri dem vorgeschlagenen Klassenvergleich über 7,25 Milliarden Dollar die vorläufige Genehmigung. Der Vergleich richtet sich an US-Kläger, die das Unkrautvernichtungsmittel Roundup verwendet haben und an Non-Hodgkin-Lymphom erkrankt sind. Bayer muss innerhalb von zehn Tagen 500 Millionen Dollar in einen Fonds einzahlen. Die betroffenen Klassenklage-Mitglieder haben bis zum 4. Juni die Möglichkeit, aus dem Vergleich auszutreten. Am 9. Juli folgt die Fairness-Anhörung, nach der das Gericht über die endgültige Genehmigung entscheidet.
Die Hürden bleiben hoch. CEO Bill Anderson hat unmissverständlich klargestellt, dass die Akzeptanzrate „sehr nahe“ an 100 Prozent liegen muss, damit das Rahmenwerk funktioniert. Anwälte von 14 Kanzleien, die rund 20.000 potenzielle Mitglieder vertreten, kritisieren die vorgesehene Haftungsfreistellung als zu weitreichend. Bayer behält sich zudem das Recht vor, die Vereinbarung zu kündigen, falls die Beteiligung nicht ausreicht.
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Parallel dazu wird der US Supreme Court Ende April Argumente in einem Verfahren hören, das grundsätzlich klären soll, ob Bundesrecht künftige Roundup-Klagen wegen fehlender Warnhinweise präkludiert. Ein positives Urteil für Bayer würde die Klagewelle erheblich eindämmen – und wäre ein Wendepunkt nach Jahren kostspieliger Rechtsstreitigkeiten.
Zahlen 2025: Ziele erreicht, Ausblick verfehlt Erwartungen
Im Geschäftsjahr 2025 erzielte Bayer einen Konzernumsatz von 45,6 Milliarden Euro, das EBITDA vor Sonderposten lag bei 9,7 Milliarden Euro. Beide Werte trafen die eigenen Jahresziele. Das Agrargeschäft wuchs um 1,1 Prozent auf 21,6 Milliarden Euro, getragen vom Mais-Saatgutgeschäft. Die Pharmasparte steigerte ihren Umsatz auf 17,8 Milliarden Euro, angeführt von den Wachstumsträgern Nubeqa und Kerendia.
Das Nettoergebnis blieb mit minus 3,6 Milliarden Euro tief im Minus – belastet durch Rechtsstreitigkeiten. Immerhin sank die Nettofinanzverschuldung um 8,5 Prozent auf 29,8 Milliarden Euro.
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Für 2026 rechnet der Konzern mit einem EBITDA vor Sonderposten zwischen 9,1 und 9,6 Milliarden Euro. Das obere Ende dieser Spanne bleibt unter der mittleren Analystenschätzung von 9,67 Milliarden Euro. Gravierender ist der erwartete negative freie Cashflow von minus 1,5 bis minus 2,5 Milliarden Euro, in den rund 5 Milliarden Euro an Rechtsstreitigkeits-Auszahlungen eingepreist sind. Die Nettofinanzverschuldung dürfte dadurch bis Jahresende wieder auf 32 bis 33 Milliarden Euro steigen. Die Hauptversammlung am 24. April soll eine unveränderte Dividende von 0,11 Euro je Aktie beschließen.
Drei parallele Fronten entscheiden über den Turnaround
Am Tag der Jahresergebnisveröffentlichung gab die Aktie zunächst um bis zu 7,7 Prozent nach – die Nachricht zur vorläufigen Vergleichsgenehmigung begrenzte die Verluste letztlich auf 2,4 Prozent. Das zeigt, wie eng operative Enttäuschung und Rechtsfortschritte derzeit gegeneinander abgewogen werden.
Ob der Turnaround gelingt, hängt maßgeblich von drei Entwicklungen ab: der endgültigen Genehmigung des Glyphosat-Vergleichs im Juli, dem Supreme-Court-Urteil Ende April sowie dem operativen Verlauf im laufenden Jahr. Alle drei Entscheidungen fallen in den nächsten vier Monaten – für die Aktie wird das zweite Quartal 2026 richtungsweisend.
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