Pünktlich zum Start des weltweit wichtigsten Krebskongresses legt Bayer neue klinische Daten vor. 16 Abstracts, zwei Fokusstudien, ein klares Signal: Die Leverkusener wollen in der Onkologie wieder angreifen. Die Aktie steht aktuell bei 36,48 Euro – fünf Prozent unter dem Niveau der Vorwoche, aber immer noch 45 Prozent über dem Vorjahreswert.
Spannend wird es heute in Chicago. Im Mittelpunkt steht Xofigo, ein Radionuklid-Wirkstoff, den Bayer mit dem Tyrosinkinase-Hemmer Cabozantinib kombiniert hat. Getestet wurde diese Kombination in der Phase-II-Studie RADICAL bei Patienten mit Nierenzellkarzinom und Knochenmetastasen. Die heute präsentierten Ergebnisse könnten die Position von Xofigo in einem umkämpften Therapiefeld stärken.
Stivarga und die Kombinationsstrategie
Nur einen Tag zuvor hatte Bayer bereits Daten aus der REGOMUNE-Studie vorgelegt. Dort wurde der Wirkstoff Stivarga (Regorafenib) zusammen mit einem Immun-Checkpoint-Inhibitor bei HPV-assoziierten Krebserkrankungen geprüft. Die Resultate wurden positiv aufgenommen – der Trend zu Kombinationstherapien ist für Bayer strategisch entscheidend.
Parallel dazu gibt es weitere positive Nachrichten. Die FDA-Prioritätsprüfung für den Schlaganfall-Wirkstoff Asundexian stützt das Vertrauen in die Pipeline. Hinzu kommt die geplante Übernahme von Perfuse Therapeutics für bis zu 2,45 Milliarden Dollar, um im Bereich Augenheilkunde Fuß zu fassen.
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Kurs und Perspektiven
Die Zahlen des ersten Quartals untermauern die operative Stabilität: 13,4 Milliarden Euro Umsatz, ein EBITDA von 4,5 Milliarden Euro – trotz negativer Währungseffekte von fast einer Milliarde. CEO Bill Anderson hat die Jahresprognose für 2026 bestätigt.
Das durchschnittliche Analysten-Kursziel liegt bei rund 49 Euro – knapp 26 Prozent über dem aktuellen Niveau. Die Nettofinanzverschuldung von 32,5 Milliarden Euro zeigt leichte Besserung.
Ob die ASCO-Daten ausreichen, um der Aktie neuen Schwung zu geben? Entscheidend wird sein, ob die vorgestellten Kombinationstherapien in späteren Studienphasen überzeugen. Der Kongress in Chicago ist dafür der erste wichtige Gradmesser.
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