Bayer Aktie: Zwei Termine, eine Richtung

Nach dem Abgang des Aktivisten Ubben stehen für Bayer die Hauptversammlung und eine Verhandlung vor dem US Supreme Court an, die den Aktienkurs beeinflussen könnten.

Bayer Aktie
Kurz & knapp:
  • Aktivist Ubben verkauft Aktienpaket mit Verlust
  • Hauptversammlung und US-Gerichtstermin im April
  • Prognose für negativen Free Cash Flow 2026
  • Aktie notiert deutlich unter Jahreshoch

Mit dem Abgang von Aktivist Jeff Ubben ist die Spekulation auf eine kurzfristige Aufspaltung vorerst vom Tisch. Jetzt rücken operative Realitäten in den Vordergrund — und der April hält für Bayer-Aktionäre gleich zwei richtungsweisende Termine bereit.

Ubben verkauft mit Verlust

Inclusive Capital Partners trennte sich zuletzt von rund 8,5 Millionen Bayer-Aktien zu je 37,45 Euro über JPMorgan Chase — ein Paket im Gegenwert von rund 318 Millionen Euro. Gegenüber dem Einstiegswert Anfang 2023 entspricht das einem Verlust von etwa 25 Prozent. Ubben hatte seit seinem Einstieg auf einen strategischen Umbau und eine mögliche Zerschlagung des Konzerns gedrängt.

Bemerkenswert: Sein Aufsichtsratsmandat läuft regulär bis 2028 weiter. Der operative Einfluss schwindet, der formale bleibt.

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Hauptversammlung und Supreme Court im Doppelpack

Am 24. April lädt Bayer zur virtuellen Hauptversammlung. Auf der Tagesordnung stehen die Entlastung von Vorstand und Aufsichtsrat, eine Dividende von 0,11 Euro je Aktie — identisch mit dem Vorjahr — sowie zwei Neubesetzungen im Aufsichtsrat. Marcel Smits bringt Agrarexpertise mit, Alfred Stern Erfahrung in Governance und Nachhaltigkeit. Paul Achleitner und Colleen Goggins scheiden aus dem Gremium aus.

Gewichtiger dürfte jedoch die Cashflow-Frage werden. Für 2026 prognostiziert Bayer einen negativen Free Cash Flow zwischen minus 1,5 und minus 2,5 Milliarden Euro — verursacht durch rund fünf Milliarden Euro an Auszahlungen für laufende Rechtsstreitigkeiten. Das Nettoeinkommen für 2025 lag bereits bei minus 3,6 Milliarden Euro.

Auf der Habenseite steht ein Fortschritt im Roundup-Komplex: Ein US-Richter erteilte im März die vorläufige Genehmigung für einen Vergleich über 7,25 Milliarden Dollar, der Tausende laufende Klagen beilegen und künftige Ansprüche für bis zu 21 Jahre abdecken soll.

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Drei Tage nach der Hauptversammlung, am 27. April, verhandelt der US Supreme Court über einen Fall, der die gesamte Roundup-Klagewelle grundlegend neu ordnen könnte. Für Aktionäre verdichten sich damit zwei potenziell kursbewegende Ereignisse auf wenige Tage.

Aktie unter dem 50-Tage-Schnitt

Die Aktie liegt derzeit rund zehn Prozent unter ihrem 50-Tage-Durchschnitt von 42,31 Euro und notiert damit deutlich unterhalb des im Februar erreichten Jahreshochs von 49,17 Euro. Für das laufende Jahr erwartet Bayer währungsbereinigt einen Umsatz von 45 bis 47 Milliarden Euro sowie ein EBITDA vor Sondereinflüssen von 9,6 bis 10,1 Milliarden Euro.

Wie Aktionäre den bisherigen Turnaround-Kurs von CEO Bill Anderson bewerten, wird die Hauptversammlung zeigen. Die Quartalszahlen für Q1 2026 folgen dann am 12. Mai — und liefern die nächste Standortbestimmung.

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