Bayer: Anderson verlängert bis März 2029

Bayer-Chef Anderson verteidigt Sanierungskurs, während Aktionäre mehr Klarheit zur Konzernstruktur fordern. Der Aktienkurs reagiert verhalten.

Bayer Aktie
Kurz & knapp:
  • Anderson präsentiert Sanierungserfolge
  • Investoren fordern strategische Klarheit
  • Gewinnprognose für 2026 verhalten
  • Supreme Court verhandelt Glyphosat-Fall

Der Konzernumbau läuft, die Aktie hat sich auf Jahressicht deutlich erholt. Auf der virtuellen Hauptversammlung präsentierte Bayer-Chef Bill Anderson erste Erfolge seiner harten Sanierung. Indes wächst bei großen Geldgebern die Ungeduld. Sie fordern Klarheit über die zukünftige Form des Leverkusener Traditionskonzerns.

Streit um die Konzernstruktur

Seit dem Start der Neuausrichtung hat Bayer rund 14.000 Stellen abgebaut. Allein im vergangenen Jahr fielen knapp 5.000 Arbeitsplätze weg. Anderson sieht das Unternehmen auf Kurs. Die Arbeit sei aber noch nicht abgeschlossen.

Vertreter großer Fondsgesellschaften wie Deka und Union Investment lobten die operativen Fortschritte. Parallel dazu drängen sie auf strategische Weichenstellungen. Ein Deka-Sprecher forderte eine ergebnisoffene Prüfung der Konzernstruktur. Voraussetzung dafür sei eine Lösung der US-Rechtsstreitigkeiten. Union Investment stützt hingegen den aktuellen Kurs. Die Fondsgesellschaft befürwortet, die Sparte für rezeptfreie Medikamente vorerst im Konzern zu belassen.

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Stagnierender Gewinn und neues Personal

Für das laufende Jahr 2026 dämpft der Vorstand überzogene Erwartungen. Das bereinigte Ergebnis je Aktie soll bei stabilen Wechselkursen auf dem Niveau des Vorjahres verharren. Neue Produkteinführungen müssen wegfallende Patente in der Pharma- und Agrarsparte ausgleichen. Gleichwohl rechnet das Management mit einem negativen freien Cashflow. Grund dafür sind anhaltende Zahlungen für Rechtsstreitigkeiten.

An der Konzernspitze gibt es personelle Kontinuität und einen Wechsel. Der Aufsichtsrat verlängerte die Verträge von CEO Anderson und Pharma-Chef Stefan Oelrich bis März 2029. Im Finanzressort übernimmt Dr. Judith Hartmann Ende Mai das Ruder. Sie folgt auf Wolfgang Nickl.

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Supreme Court und Kursrutsch

Am Aktienmarkt reagierten Investoren am Freitag nervös. Das Papier gab nach und ging bei 38,50 Euro aus dem Handel. Damit rutschte der Kurs unter die 100-Tage-Linie. Auf Sicht von zwölf Monaten steht dennoch ein starkes Plus von gut 70 Prozent auf der Kurstafel.

Die kommende Woche bringt direkt zwei wichtige Termine. Am Montag verhandelt der US Supreme Court den Fall Durnell im Glyphosat-Komplex. Am Mittwoch zahlt Bayer die Dividende für das abgelaufene Geschäftsjahr aus.

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