Der US Supreme Court hat die Karten für Bayer nicht so deutlich ausgespielt, wie der Konzern gehofft hatte. Fast 90 Minuten lang debattierten die Richter am Montag über eine Frage, die über Hunderttausende Klagen entscheiden wird — und am Ende blieb das Bild gespalten.
Richter ohne klare Linie
Im Kern geht es darum, ob Bundesrecht staatliche Klagen wegen fehlender Krebswarnhinweise auf dem Herbizid Roundup verdrängt. Bayer argumentiert, dass die US-Umweltbehörde EPA keinen solchen Hinweis vorgeschrieben hat — und damit auch keine Klage auf dessen Fehlen gestützt werden kann.
Richter Brett Kavanaugh stellte sich erkennbar auf Bayers Seite und hinterfragte, ob derartige Klagen mit dem gesetzlichen Gebot zur Einheitlichkeit bei Pestizid-Etiketten vereinbar seien. Oberster Richter John Roberts hingegen signalisierte, dass Bundesstaaten die Möglichkeit behalten sollten, ihre Bevölkerung vor neu erkannten Produktrisiken zu warnen. Richterin Amy Coney Barrett ließ ebenfalls keine klare Tendenz erkennen.
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Analysten der Bank of America bezeichneten die Anhörung als weniger eindeutig pro Bayer als erwartet — ein Rechtsexperte, auf den sie verweisen, schätzt die Erfolgswahrscheinlichkeit für Bayer dennoch auf 70 Prozent.
Was bei einem Scheitern droht
Portfoliomanager Markus Manns von Union Investment, selbst Bayer-Investor, brachte es auf den Punkt: „Ohne einen Sieg vor dem Supreme Court bietet der Vergleich mit den Klägern keinen zuverlässigen Schutz vor künftigen Klagen.“
Das Verfahren ist Teil einer umfassenderen Rechtsstrategie. Im Februar hatte Bayer einen Vergleich über 7,25 Milliarden US-Dollar angekündigt, der den Großteil der verbleibenden und potenziellen künftigen Klagen beilegen soll. Ein Richter in Missouri erteilte dem Vorschlag im März eine vorläufige Genehmigung — die endgültige Entscheidung steht noch aus, eine Anhörung ist für Juli angesetzt.
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Insgesamt hat das Roundup-Verfahren Bayer bislang rund 11 Milliarden US-Dollar an Vergleichszahlungen gekostet. Mehr als 100.000 Klagen sind anhängig.
Kurs unter Druck
Die Bayer-Aktie verlor im Zuge der Anhörung bis zu 6,5 Prozent und schloss zuletzt bei 36,62 Euro — rund 25 Prozent unterhalb des 52-Wochen-Hochs von 49,17 Euro aus dem Februar. Auf Sieben-Tages-Sicht summieren sich die Verluste auf neun Prozent.
Das Urteil des Supreme Court wird bis Anfang Juli erwartet. Fällt es zugunsten Bayers aus, würde es die rechtliche Grundlage für einen Großteil der Klagen wegräumen. Fällt es dagegen aus, droht dem Konzern eine neue Klagewelle — trotz Milliarden-Vergleich.
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