BayWa: 1,6 Milliarden Verlust 2024

Staatsanwaltschaft ermittelt gegen Ex-Führungskräfte, der Verkauf der Obsttochter T&G stockt. Das Votum von DZ Bank und HVB in dieser Woche ist entscheidend für die Restrukturierung.

BayWa Aktie
Kurz & knapp:
  • Ermittlungen gegen frühere BayWa-CEOs
  • Verkauf von T&G durch Minderheitsaktionärin gebremst
  • BayWa r.e.-Verkauf durch Subventionskürzungen gescheitert
  • Bankenvotum entscheidet über StaRUG-Plan

Strafrechtliche Ermittlungen, ein stockender Verkaufsprozess und eine Bankenentscheidung mit Sprengkraft — BayWa startet in eine der kritischsten Wochen der laufenden Restrukturierung. Die Aktie notiert rund 14 Prozent unter dem Jahresanfangswert und deutlich unterhalb ihrer gleitenden Durchschnitte.

Staatsanwaltschaft und BaFin erhöhen den Druck

Die Staatsanwaltschaft München I ermittelt gegen mehrere frühere Führungskräfte. Im Zentrum steht der Jahresabschluss 2023. Ex-CEO Marcus Pöllinger und sein Vorgänger Klaus Josef Lutz sehen sich dem Vorwurf der Untreue ausgesetzt. Gegen Lutz kommt der Verdacht der vorsätzlich falschen Darstellung von Liquiditätsrisiken hinzu. Im Januar gab es Hausdurchsuchungen. Für alle Beschuldigten gilt die Unschuldsvermutung.

Die BaFin hatte bereits gerügt, dass BayWa im Lagebericht 2023 wesentliche Details zu einem Milliardenkredit und zu Refinanzierungsrisiken einer 500-Millionen-Euro-Anleihe verschwieg. Auf Basis dieses Bescheids bereitet die Kanzlei TILP Schadensersatzklagen für Aktionäre vor. Auch Abschlussprüfer PricewaterhouseCoopers gerät unter Druck: PwC hatte für 2023 ein uneingeschränktes Testat erteilt, ohne auf existenzgefährdende Risiken hinzuweisen. Die Abschlussprüferaufsichtsstelle Apas hat ein berufsaufsichtsrechtliches Verfahren eingeleitet. BayWa schreibt das Prüfermandat ab 2026 neu aus und prüft Schadensersatzansprüche gegen PwC.

T&G-Verkauf: attraktiv, aber gebremst

Die Obsttochter T&G Global ist kein Sanierungsfall. Im Geschäftsjahr 2025 kehrte das Unternehmen mit einem Nettogewinn von 16 Millionen US-Dollar in die Gewinnzone zurück. Bekannte Apfelmarken wie Envy und Jazz machen T&G für strategische Käufer attraktiv. Goldman Sachs begleitet den Verkauf der knapp 74-prozentigen BayWa-Beteiligung. Als Interessenten gelten auf Landwirtschaft spezialisierte Investoren wie Roc Partners, Paine Schwartz und Hancock. Der erwartete Erlös liegt bei rund 300 Millionen Euro.

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Allerdings bremst die Hongkonger Minderheitsaktionärin Joy Wing Mau Group den Prozess. Sie hält knapp 20 Prozent an T&G. Analysten weisen darauf hin, dass selbst ein erfolgreicher Verkauf kaum spürbar in die milliardenschwere Finanzierungslücke einzahlt.

Die eigentliche Schwachstelle: BayWa r.e.

Der größte Einzelposten fehlt. Ein Käufer für 51 Prozent der Erneuerbaren-Energien-Tochter BayWa r.e. hätte bis zu 1,7 Milliarden Euro einbringen können. US-Subventionskürzungen Anfang 2025 ließen den erzielbaren Preis einbrechen. Statt eines EBITDA von 230 Millionen Euro für 2028 rechnet BayWa nun erst 2030 mit rund 150 Millionen Euro. Das bereinigte EBITDA-Ziel für den Konzern 2027 senkte der Vorstand auf rund 140 Millionen Euro.

Bisherige Transaktionen — darunter der Cefetra-Verkauf — sicherten Haftungsreduzierungen von 1,3 Milliarden Euro. Das reicht nicht.

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Bankenvotum entscheidet über den Zeitplan

In der kommenden Woche stimmen DZ Bank und HVB über die Verlängerung der Stillhaltevereinbarung ab. Lehnen die Kernbanken ab, verliert der laufende StaRUG-Plan sofort seine rechtliche Grundlage. Das Management will die Vereinbarung bis in den Herbst 2026 verlängern, um den T&G-Verkauf ohne akuten Liquiditätsengpass abzuwickeln.

Wie ernst die Lage ist, zeigen die genossenschaftlichen Institute: Sie schrieben im Jahresabschluss 2024 bereits 60 Prozent eines Schuldscheindarlehens über 220 Millionen Euro ab. Verbandspräsident Stefan Müller räumte ein, dass den Primärbanken weitere Wertberichtigungen empfohlen wurden.

Der testierte Konzernabschluss für 2025 wird erst im vierten Quartal 2026 erwartet. Bis dahin fehlt Investoren eine belastbare Grundlage zur Bewertung — das Bankenvotum diese Woche ist der nächste harte Fixpunkt.

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