BayWa: 300 Millionen aus T&G-Verkauf reichen nicht

Der Agrar- und Energiekonzern BayWa treibt den Verkauf seiner neuseeländischen Obsttochter voran, um dringend benötigte Liquidität zu sichern. Die Finanzierungslücke für die Sanierung bleibt jedoch gewaltig.

BayWa Aktie
Kurz & knapp:
  • Goldman Sachs sucht Käufer für T&G Global
  • Erlös von 300 Millionen Euro eingeplant
  • Vier Milliarden Euro Sanierungsbedarf bis 2028
  • Banken müssen Stillhalteabkommen verlängern

Der Verkauf einer neuseeländischen Obsttochter soll Geld in die leeren Kassen spülen. Der Agrar- und Energiekonzern BayWa sucht händeringend nach Liquidität, um sein gewaltiges Sanierungsprogramm abzusichern. Ein Blick auf die Zahlen zeigt rasch die Dimension des Problems. Die Aktie spiegelt diese Anspannung wider und notiert mit 13,35 Euro gut 20 Prozent unter dem Niveau vom Jahresanfang.

Ein Tropfen auf den heißen Stein

Goldman Sachs sucht im Auftrag der Münchner einen Käufer für den 74-prozentigen Anteil an T&G Global. Die Neuseeländer vermarkten bekannte Apfelmarken wie Envy und Jazz. Im vergangenen Jahr kehrte das operative Geschäft zwar in die Gewinnzone zurück, unter dem Strich verblieb aber ein Nettoverlust. Als Interessenten gelten auf Landwirtschaft spezialisierte Private-Equity-Firmen.

Der erhoffte Erlös von rund 300 Millionen Euro löst das Grundproblem nicht. Bis 2028 benötigt BayWa vier Milliarden Euro für die Restrukturierung. Bislang sind davon erst 1,3 Milliarden Euro gesichert. Erschwerend kommt hinzu, dass eine Hongkonger Minderheitsaktionärin den Verkaufsprozess bremst.

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Geplatzter Deal und bange Blicke auf die Banken

Die gewaltige Finanzierungslücke hat einen klaren Ursprung. Ursprünglich wollte das Management die Mehrheit an der Energiesparte BayWa r.e. abstoßen und damit bis zu 1,7 Milliarden Euro einnehmen. Gestrichene US-Fördermittel für erneuerbare Energien ließen die aufgerufenen Preise jedoch kollabieren. Die Rechengrundlage des Sanierungsplans brach in sich zusammen.

Das Schicksal des Konzerns liegt nun in den Händen der Gläubiger. DZ Bank und HVB müssen einer Verlängerung der Stillhaltevereinbarung bis Herbst 2026 zustimmen. Ohne dieses grüne Licht verliert der gesamte Rettungsplan seine operative Basis. Wie heikel die Lage ist, zeigt der Jahresabschluss der bayerischen Volks- und Raiffeisenbanken. Diese schrieben bereits 60 Prozent eines millionenschweren Schuldscheindarlehens ab.

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Harte Einschnitte im operativen Geschäft

Auf operativer Ebene zieht der Vorstand ein hartes Programm durch. Bis Ende 2028 fallen rund 1.300 Stellen weg. Der Konzern schrumpft auf vier Kerngeschäftsfelder, der Umsatz soll auf etwa zehn Milliarden Euro sinken.

Parallel dazu dreht sich das Personalkarussell im Aufsichtsrat. Nach den Abgängen im März verlässt Ende Mai mit Monique Surges das nächste Mitglied die Kapitalseite des Kontrollgremiums. Der Schwellenwert für zustimmungspflichtige Geschäfte des Vorstands wurde derweil deutlich gesenkt.

Eine erste Indikation zur aktuellen Geschäftsentwicklung liefert der anstehende Quartalsbericht am 6. Mai. Echte Klarheit lässt deutlich länger auf sich warten. Die entscheidende Einigung mit den Banken sowie der testierte Jahresabschluss liegen voraussichtlich erst im vierten Quartal 2026 vor.

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