Am Donnerstag verliert die BayWa-Aktie spürbar und rutscht auf 10,90 Euro ab. Ein Minus von knapp fünf Prozent. Der Grund für die Schwäche liegt im überarbeiteten Zeitplan. Das Management verschiebt den Abschluss der Sanierung auf das Jahr 2030. Großaktionäre und Gläubiger müssen nun deutlich mehr Geduld aufbringen.

Frisches Kapital zwingend nötig

Der Konzern braucht dringend Geld. Für das Jahr 2029 plant das Unternehmen eine Kapitalerhöhung. Die Hauptaktionäre sollen dabei mindestens 220 Millionen Euro beisteuern. Parallel dazu greifen die Banken dem Konzern unter die Arme. Finanzierungspartner wandeln Schulden von bis zu 700 Millionen Euro um. Diese Verbindlichkeiten fließen in ein spezielles Nachranginstrument. Wirtschaftlich wirkt dieser Schritt wie Eigenkapital.

Rückzug auf drei Säulen

Strukturell zieht sich BayWa stark zusammen. Künftig konzentriert sich das Geschäft auf die Sparten Agrar, Technik und Baustoffe. Den Handel mit Heizöl, Diesel und Schmierstoffen will der Vorstand bis Ende 2029 verkaufen. Das bedeutet das Ende einer jahrelangen globalen Expansion.

Indes bringt die einst als Kronjuwel gefeierte Ökostromtochter weniger ein als erhofft. Der Verkauf der Anteile an BayWa r.e. sollte ursprünglich 1,7 Milliarden Euro einspielen. Diese Rechnung geht laut dem überarbeiteten Konzept nicht mehr auf.

Die Uhr tickt bis zum Herbst

Operativ zeigt sich ein gemischtes Bild. Im ersten Quartal ging der Umsatz planmäßig zurück. Das Management trennte sich bereits von ersten Randbereichen. Zeitgleich stieg das bereinigte operative Ergebnis über das Niveau des Vorjahres.

Dennoch bleibt die Lage angespannt. Die Aktie verlor seit Januar mehr als ein Drittel ihres Wertes. Die anhaltend hohe Schwankungsbreite verdeutlicht die Nervosität im Markt. Kein Wunder. Bis zum Herbst 2026 muss das Unternehmen drei harte Hürden nehmen.

Aus der jetzigen Absichtserklärung muss zwingend ein rechtsverbindlicher Sanierungsvertrag werden. Parallel dazu braucht BayWa den testierten Jahresabschluss für 2025. Als dritte Vorgabe steht der Abschluss des Verkaufs der neuseeländischen Tochter T&G Global an. Verpasst der Konzern bis zum Herbst auch nur einen dieser Meilensteine, wackelt das gesamte Sanierungskonzept.