Am gestrigen Donnerstag verzeichnete das Papier der BayWa einen deutlichen Kurssprung von 7,0 Prozent und schloss bei 8,58 Euro. Den Hintergrund für die jüngste Stabilisierung bildet eine fundamentale Weichenstellung: Fast alle Finanzierungspartner und die beiden Großaktionäre verständigten sich auf ein Term Sheet zur angepassten Sanierungsvereinbarung, begleitet von einer geplanten Restrukturierung der Hybridanleihe.
Breite Mehrheit unter den Finanzierungspartnern
Die getroffene Grundsatzeinigung steht auf einem breiten Fundament. Insgesamt 267 von 268 Finanzierungspartnern stimmten dem Term Sheet zu. Diese Gruppe repräsentiert rund 99,98 Prozent der von der Sanierungsvereinbarung erfassten Finanzverbindlichkeiten.
Laut Reuters gilt die Einigung mit dem letzten noch ausstehenden Gläubiger als reine Formsache. Flankiert wird der Schritt von den beiden wesentlichen Anteilseignern des Konzerns: Sowohl die Bayerische Raiffeisen-Beteiligungs-AG als auch die Raiffeisen Agrar Invest AG haben dem Sanierungsdokument bereits offiziell zugestimmt.
Verlängerter Zeitrahmen und drastischer Anleiheschnitt
Das vorgelegte Konzept setzt auf eine mehrjährige Stabilisierung des hoch verschuldeten Konzerns. Neben einem verlängerten Restrukturierungszeitraum sind substanzielle Sanierungsbeiträge der wesentlichen Banken, Gläubiger und Großaktionäre vorgesehen. Die Lastenverteilung fällt dabei für einzelne Kapitalgeber sehr ungleich aus.
Besonders drastische Einschnitte drohen den Investoren der nachrangigen, festverzinslichen Hybridanleihe mit einem Volumen von 100 Millionen Euro. Der Plan sieht vor, dass die Zeichner lediglich 2 Prozent ihres Kapitals zurückerhalten. Zudem sollen die Gläubiger dieser Tranche vollständig auf alle ausstehenden Zinsansprüche verzichten.
Portfolioanpassung und anstehende Finanztermine
Parallel zu den Sanierungsverhandlungen treibt der Konzern Arrondierungen im Beteiligungsportfolio voran. Anfang des Monats, am 2. September, vereinbarte die EVN Energieservices GmbH die vollständige Übernahme der BayWa Mobility Charging GmbH von der BayWa Mobility Solutions GmbH. Der Verkauf sichert der Erwerberin den Ausbau der öffentlichen Schnellladeinfrastruktur in Deutschland.
Für die Anteilseigner richtet sich das Augenmerk nach den weitreichenden Vereinbarungen nun auf die detaillierte Bestandsaufnahme des Geschäftsverlaufs: Als nächster zentraler Termin im Unternehmenskalender ist am 30. Oktober die Veröffentlichung des Jahresfinanzberichts vorgesehen.
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