BayWa zieht die Reißleine. Der kriselnde Konzern lagert sein Herzstück in eine separate Tochtergesellschaft aus. Die Sparten Agrar und Technik erhalten eine neue Struktur. Das Ziel: Die drückende Schuldenlast senken und die Refinanzierung sichern.
Das Management konzentriert sich künftig auf das deutsche Kerngeschäft. Agrar, Technik und Baustoffe arbeiten fortan eigenständig. Von der Sparte Wärme und Mobilität will sich das Unternehmen bis Ende 2029 trennen. Frisches Kapital wird dringend gebraucht. Denn der Verkauf der Ökostromtochter BayWa r.e. bringt deutlich weniger Erlöse. Statt der erhofften 1,7 Milliarden Euro plant der Vorstand nur noch mit 900 Millionen Euro.
Gläubiger und Großaktionäre greifen ein
Ende Juni einigten sich die Münchner mit Banken und Großaktionären auf ein neues Rettungspaket. Der Sanierungszeitraum läuft nun bis Ende 2030. Die Gläubiger verlängern die Kreditlaufzeiten und wandeln bis zu 700 Millionen Euro Schulden in Nachrangkapital um.
Die Konsequenz für die Eigentümer ist drastisch. Die beiden Großaktionäre bündeln ihre Anteile von gut 67 Prozent künftig bei einem Treuhänder. Dieser Schritt greift, sobald die Finanzaufsicht BaFin die Eigentümer von einem Pflichtangebot befreit. Für das Jahr 2029 fordert der Sanierungsplan frisches Geld. Die Ankeraktionäre sollen dann mindestens 220 Millionen Euro nachschießen. Scheitert diese Kapitalspritze, darf der Treuhänder die Aktien verkaufen.
Aktie im Abwärtsstrudel
Anleger reagieren am Dienstag nervös auf die harten Einschnitte. Die BayWa-Aktie verliert über vier Prozent und rutscht auf 11,35 Euro ab.
Seit Jahresbeginn summiert sich der Kursverlust damit auf rund 32 Prozent. Das Rekordhoch aus dem vergangenen Dezember liegt außer Reichweite.
Das Management muss das Sanierungskonzept nun zügig finalisieren. Bis Herbst 2026 soll die grundsätzliche Einigung in bindende Verträge fließen. Gelingt der Abschluss, startet der Konzern mit einer reduzierten Zinslast und gestreckten Laufzeiten in die kommenden Jahre.
BayWa-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue BayWa-Analyse vom 7. Juli liefert die Antwort:
Die neusten BayWa-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für BayWa-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 7. Juli erfahren Sie was jetzt zu tun ist.
BayWa: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...


