BayWa Aktie: Apfel-Tochter vor Verkauf

Der Agrarkonzern BayWa treibt den Verkauf seiner neuseeländischen Apfelsparte an, um Finanzierungslücken zu schließen, während rechtliche Ermittlungen und Stellenabbau den Druck erhöhen.

BayWa Aktie
Kurz & knapp:
  • Goldman Sachs organisiert Verkauf der Apfeltochter T&G Global
  • Rechtliche Ermittlungen gegen frühere Vorstände laufen
  • Konzern strebt Stillhaltevereinbarung mit Banken an
  • Umfangreicher Stellenabbau und Standortschließungen geplant

Um die klaffende Milliardenlücke im Sanierungsplan zu schließen, muss der Agrarkonzern BayWa nun profitable Unternehmensteile abstoßen. Mit der Mandatierung von Goldman Sachs für den Verkauf der neuseeländischen Apfel-Tochter T&G Global rückt die Restrukturierung in die nächste Phase. Parallel dazu erhöhen Ermittlungen der Staatsanwaltschaft und eine Rüge der Finanzaufsicht den Druck auf das Management massiv.

Goldman Sachs soll Käufer finden

Die US-Investmentbank soll den Verkauf der rund 74-prozentigen Beteiligung an der börsennotierten T&G Global organisieren. Das für Marken wie Envy und Jazz bekannte Unternehmen kehrte zuletzt mit 16 Millionen US-Dollar in die Gewinnzone zurück. Analysten rechnen mit einem Verkaufserlös von etwa 300 Millionen Euro.

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Dieses frische Kapital wird dringend benötigt. Der gescheiterte Teilverkauf der Energiesparte BayWa r.e. riss nach regulatorischen Änderungen in den USA eine Finanzierungslücke von 2,7 Milliarden Euro in den Sanierungsplan. Eine Hürde beim aktuellen Verkaufsprozess in Neuseeland bildet allerdings der Minderheitsaktionär Joy Wing Mau Group aus Hongkong, der knapp 20 Prozent der Anteile hält.

Juristische Fronten und harte Einschnitte

Neben der Kapitalbeschaffung kämpft der Konzern an mehreren rechtlichen Fronten. Die Staatsanwaltschaft München I ermittelt gegen ehemalige Führungskräfte, darunter die Ex-Vorstandschefs Klaus Josef Lutz und Marcus Pöllinger. Im Raum steht der Verdacht der Untreue und der falschen Darstellung im Jahresabschluss 2023. Eine formelle Fehlerbekanntmachung der Finanzaufsicht BaFin wegen unzureichender Risikodarstellung verschärft die Lage zusätzlich. Das Prüfungsmandat von PricewaterhouseCoopers (PwC) endet folglich im Jahr 2026.

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Operativ zieht das Management währenddessen die Zügel an. Weltweit fallen bis 2027 rund 1.300 Stellen weg, 26 Standorte schließen dauerhaft. Um Kapitalabflüsse strenger zu kontrollieren, senkte der Aufsichtsrat zudem die interne Genehmigungsschwelle für Geschäfte drastisch von 200 Millionen auf 50 Millionen Euro.

Die kurzfristige Stabilität des Agrarkonzerns hängt nun von den laufenden Verhandlungen mit den Kernbanken ab. Das Management strebt eine Stillhaltevereinbarung bis in den Herbst 2026 an, um den Verkauf von T&G Global ohne akuten Liquiditätsengpass abzuwickeln. Da der testierte Konzernabschluss für 2025 erst im vierten Quartal 2026 erwartet wird, fehlt Investoren bis auf Weiteres eine belastbare Grundlage zur fundamentalen Bewertung der Aktie.

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