Am 30. April läuft für BayWa eine Frist ab, die mehr ist als ein Buchhaltungstermin. Treffen die erwarteten 107 Millionen Euro aus dem Cefetra-Verkauf pünktlich ein, stärkt das die Verhandlungsposition gegenüber den Kernbanken — und signalisiert, dass der Restrukturierungsplan hält.

Cefetra liefert frisches Kapital

Der Verkauf der niederländischen Tochter Cefetra Group an ein europäisches Investorenkonsortium wurde bereits im ersten Quartal 2026 operativ abgeschlossen. Nun steht die letzte Zahlung aus: 45 Millionen Euro Restkaufpreis und rund 62 Millionen Euro aus der Rückzahlung von Gesellschafterdarlehen.

Durch die Entkonsolidierung von Cefetra konnte BayWa die Bankverbindlichkeiten bereits um mehr als 600 Millionen Euro drücken. Zusammen mit weiteren Desinvestitionen — darunter die Beteiligungen RWA und EDL — summiert sich der Schuldenabbau seit Beginn der Restrukturierung auf rund 1,3 Milliarden Euro. Das Gesamtziel bleibt ehrgeizig: Bis 2028 sollen die Verbindlichkeiten um vier Milliarden Euro sinken.

Kontrolle wird enger

Parallel zur finanziellen Konsolidierung baut BayWa seinen Aufsichtsrat um. Michael Höllerer und Monika Hohlmeier haben ihre Kapitalmandate bereits zum 31. März niedergelegt. Ende Mai folgt Monique Surges. Gesucht werden Nachfolger mit Expertise in Restrukturierung und digitaler Transformation.

Obendrein verschärfte das Gremium die interne Kontrolle spürbar: Vorstandsgeschäfte ab 50 Millionen Euro bedürfen künftig zwingend der Aufsichtsratszustimmung. Bislang lag die Schwelle bei 200 Millionen Euro — eine deutliche Korrektur.

Quartalsbericht als nächster Test

Die Aktie notiert aktuell bei rund 12,75 Euro. Investoren beobachten vor allem, wie schnell Stellenabbau und Filialschließungen — 1.300 Jobs und 26 Standorte — das operative Ergebnis entlasten.

Am 6. Mai legt BayWa den Quartalsbericht für das erste Quartal 2026 vor. Der Markt erwartet erste Belege dafür, dass die Kosteneinsparungen das EBITDA bereits stützen. Das bereinigte EBITDA-Ziel für 2027 liegt bei rund 140 Millionen Euro. Gelingt der fristgerechte Nachweis der Cefetra-Zuflüsse bis Ende April, dürfte das die Refinanzierungsgespräche mit den Banken merklich erleichtern.