BayWa Aktie: Entschuldung wackelt

Der Verkauf der BayWa r.e. als Kernstück der Sanierung steht auf der Kippe, da der Projektentwickler die Planziele deutlich verfehlt. Gleichzeitig verlassen mehrere Führungskräfte das Unternehmen.

BayWa Aktie
Kurz & knapp:
  • Verkauf der Energietochter BayWa r.e. wackelt
  • Drei Aufsichtsräte legen Mandate nieder
  • Entschuldungsziel von 4 Milliarden Euro in Gefahr
  • BaFin prüft Jahresabschluss von 2023

Der Münchner Agrarkonzern hat den Verkauf seiner niederländischen Tochter Cefetra abgeschlossen und die Bilanz damit um über 600 Millionen Euro entlastet. Doch die Erleichterung ist kurz: Das Kernstück der Sanierung – der geplante Verkauf der Energietochter BayWa r.e. – steht auf der Kippe. Die Geschäftsentwicklung des Projektentwicklers verfehlt die Planziele deutlich, während gleichzeitig drei Aufsichtsräte das Unternehmen verlassen.

Cefetra-Deal bringt Entlastung

BayWa hat die niederländische Getreidehändlerin Cefetra für 125 Millionen Euro an ein Investorenkonsortium verkauft – exakt jener Preis, den der Konzern 2012 beim Erwerb gezahlt hatte. Der eigentliche Effekt liegt jedoch in der Entkonsolidierung: Die Verbindlichkeiten der Tochter fallen aus der Konzernbilanz, was eine Entlastung von über 600 Millionen Euro bedeutet.

Seit 2025 hat BayWa damit Schulden im Umfang von rund 1,3 Milliarden Euro abgebaut. Bis 2028 sollen es insgesamt 4 Milliarden Euro werden – doch genau dieses Ziel gerät nun in Gefahr.

BayWa r.e. verfehlt Erwartungen deutlich

Am 2. Februar informierte der Konzern per Ad-hoc-Mitteilung über „wesentliche Abweichungen“ bei der Geschäftsplanung der BayWa r.e. AG. Der Projektentwickler für Wind- und Solarparks leidet unter spürbaren Marktveränderungen in den USA und Europa. Die Folge: Die für Ende 2028 eingeplanten Verkaufserlöse fallen deutlich niedriger aus als kalkuliert.

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Rund 2 Milliarden Euro – der Löwenanteil der geplanten Entschuldung – sollten aus dem Verkauf der Mehrheitsanteile an BayWa r.e. stammen. Diese Rechnung geht derzeit nicht auf. Zwar betont das Unternehmen, dass weder Liquidität noch Tagesgeschäft unmittelbar gefährdet seien, doch die strategischen Konsequenzen sind erheblich.

Als nächstes steht der Verkauf des neuseeländischen Apfelanbauers Turners & Growers an, der noch einmal 300 Millionen Euro zur Entschuldung beitragen soll.

Führungskrise verschärft sich

Parallel zum finanziellen Druck vollzieht sich ein tiefgreifender Führungswechsel. Drei Aufsichtsratsmitglieder legen ihre Mandate nieder: Monika Hohlmeier und Michael Höllerer zum Ende März, Monique Surges zum Ende Mai. Die Aufsichtsräte waren in die Kritik geraten, weil sie den schuldenfinanzierten Expansionskurs gestützt hatten, der BayWa 2024 in die Schieflage brachte.

Auch der bisherige Vorstandsvorsitzende Dr. Frank Hiller wird das Unternehmen zum 31. Juli verlassen. Sein Mandat als Vorsitzender war bereits am 9. Januar beendet worden.

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Die verschärfte Kontrolle zeigt sich auch in den neuen Zustimmungsschwellen: Künftig muss der Aufsichtsrat alle Geschäfte über 50 Millionen Euro genehmigen – zuvor lag die Schwelle bei 200 Millionen Euro.

Konzernumbau läuft auf Hochtouren

Operativ arbeitet BayWa weiter am Umbau: Bis 2028 soll der Umsatz auf rund 10 Milliarden Euro sinken. Bis 2027 sind etwa 1.300 Stellen weniger geplant, in der zentralen Verwaltung rund 40 Prozent der Arbeitsplätze. Außerdem will der Konzern 26 von mehr als 400 weltweiten Niederlassungen schließen.

Zusätzlich belastet eine BaFin-Prüfung das Unternehmensimage: Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht untersucht seit Oktober 2024 den Jahresabschluss 2023. Die Veröffentlichung der Zahlen für 2025 verzögert sich voraussichtlich über den ursprünglich geplanten Termin Ende April hinaus.

Am 26. März legt BayWa die Zahlen für das vierte Quartal 2025 vor. Dann wird sich zeigen, wie gravierend die Planabweichungen bei BayWa r.e. tatsächlich ausfallen – und ob das Entschuldungsziel von 4 Milliarden Euro noch haltbar ist.

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