Der Cefetra-Verkauf bringt BayWa Entlastung — aber das Sanierungsziel rückt trotzdem in weite Ferne. Bis Ende April fließen aus der bereits abgeschlossenen Transaktion noch rund 45 Millionen Euro als ausstehende Rate, dazu kommen etwa 62 Millionen aus der Rückführung von Gesellschafterdarlehen. Insgesamt sinken die Konzernverbindlichkeiten durch den Cefetra-Deal um mehr als 600 Millionen Euro.
Von den vier Milliarden Euro, die BayWa zur Restrukturierung benötigt, sind damit erst 1,3 Milliarden gesichert.
Der BayWa-r.e.-Plan ist gescheitert
Der ursprüngliche Weg zur Schließung dieser Lücke war eindeutig: Eine 51-prozentige Beteiligung an der Energietochter BayWa r.e. sollte bis 2028 rund 1,7 Milliarden Euro einbringen. Dieser Plan ist hinfällig. Der US-amerikanische „One Big Beautiful Bill Act“ hat die Subventionen für erneuerbare Energien erheblich gekürzt — ausgerechnet in jenem Markt, in dem BayWa r.e. 2024 über 530 Megawatt Projektkapazität verkauft hatte. Ohne staatliche Förderung verlieren diese Projekte für potenzielle Käufer massiv an Attraktivität.
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Als Ersatz setzt das Management nun auf den Verkauf der neuseeländischen Obsthandelstochter T&G Global, an der BayWa knapp 74 Prozent hält. Goldman Sachs begleitet den Prozess. Der erwartete Erlös: rund 300 Millionen Euro — ein schwacher Ersatz für die ausgefallenen 1,7 Milliarden. Minderheitsaktionäre wie die Hongkonger Joy Wing Mau Group mit knapp 20 Prozent gelten zudem als Komplikation, eine endgültige Entscheidung steht noch aus.
Banken entscheiden über den Zeitplan
Das gesamte Konstrukt hängt an einer Verlängerung der Stillhaltevereinbarung mit den Gläubigerbanken, darunter DZ Bank und HVB, bis Herbst 2026. Ohne diese Einigung fehlt dem Management die operative Grundlage für den weiteren Umbau. Der Vorstand zeigte sich in seiner Mitteilung zuversichtlich, dass eine Einigung gelingt — verbindlich ist das nicht.
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Parallel dazu hat BayWa die Prognose für 2026 gestrichen und das bereinigte EBITDA-Ziel für 2027 auf rund 140 Millionen Euro gesenkt. Bis Ende 2028 soll der Konzern auf vier Kerngeschäftsfelder reduziert, rund 1.300 Stellen abgebaut und der Umsatz auf etwa 10 Milliarden Euro zurückgefahren sein.
Für Investoren kommt ein weiteres Problem hinzu: Der testierte Konzernabschluss für 2025 wird wegen komplexer Strukturmaßnahmen erst im vierten Quartal 2026 erwartet. Bis dahin fehlt eine belastbare Datenbasis — und die Aktie notiert bereits rund 16 Prozent unterhalb ihres 200-Tage-Durchschnitts.
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