Die Restrukturierung des Münchener Konzerns BayWa nimmt konkrete Formen an, verlangt den Beteiligten jedoch drastische Einschnitte ab. Nach monatelangen Verhandlungen steht der Rahmen für die finanzielle Neuordnung. Mit einem Kurs von 8,00 Euro spiegelt die Aktie die anhaltende Belastung des Unternehmens wider.
Das Ziel der Maßnahmen ist eindeutig definiert. Ein Sanierungsgutachter bestätigte, dass der Konzern durch die Umsetzung des Konzepts bilanziell saniert werden kann. Zugleich soll die operative Wettbewerbs- und Renditefähigkeit wiederhergestellt werden.
Gläubiger tragen Milliardenlasten
Die Lastenverteilung trifft die Finanzierungspartner empfindlich. Wie das Handelsblatt berichtete, müssen die Gläubiger insgesamt auf rund 1,5 Milliarden Euro verzichten. Fast alle Finanzierungspartner trugen das vorgelegte Eckpunktepapier mit: Die Zustimmung deckt 99,98 Prozent der Finanzverbindlichkeiten ab. Der Vorstand zeigte sich zuversichtlich, mit dem letzten verbliebenen Partner kurzfristig eine Einigung zu erzielen.
Besonders hart trifft es die Halter von Nachranganleihen. Bei der Restrukturierung der Hybridanleihe ist vorgesehen, dass die Gläubiger ihren Nominalbetrag nahezu vollständig aufgeben und alle aufgelaufenen Zinsansprüche erlöschen. Der Vorstand strebt an, die angepasste Sanierungsvereinbarung noch im laufenden Jahr formal abzuschließen.
Eigentümer und Beteiligungen im Umbau
Das Gesamtkonzept greift auch tief in die Eigentümerstruktur ein. Bereits vor über einem Monat einigten sich die Beteiligten auf eine Treuhandlösung. Die Großaktionäre Bayerische Raiffeisen-Beteiligungs-AG und Raiffeisen Agrar Invest AG übertragen dabei ihre Anteile von zusammen 67,1 Prozent an einen Treuhänder. Diese Treuhand wird aufgelöst, wenn die beiden Aktionäre bis 2029 mindestens 220 Millionen Euro an frischem Eigenkapital bereitstellen.
Zusätzlich ist geplant, die Finanzverbindlichkeiten bis Ende 2030 zu strecken, während Finanzpartner Forderungen in nachrangige Instrumente umwandeln. Weitere Entlastung soll der geplante Verkauf der Beteiligung an BayWa r.e. bringen, deren Anteile an eine Transformationsgesellschaft übertragen werden. Der angestrebte Erlös soll für die Schuldentilgung verwendet werden.
Für die Anleger bleibt der Sanierungsweg anspruchsvoll und erfordert die konsequente Umsetzung jedes einzelnen Schritts. Erst wenn alle Verträge unterzeichnet sind und die operative Erholung greift, dürfte sich die Lage des Konzerns nachhaltig stabilisieren.
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