Die BayWa-Aktie legt am Donnerstag um knapp neun Prozent zu. Das Vertrauen der Anleger ist damit aber noch nicht zurück. Der angeschlagene Agrar- und Energiekonzern treibt seinen Sparkurs weiter voran und schließt zwei weitere Standorte.

Standortschließungen als Teil der Sanierung

Die BayWa schließt den Standort Hersbruck zum 30. September 2026. Die Mitarbeiter wechseln nach Berg-Meilenhofen und Fürth. Auch der Baustoff-Standort in Regen steht vor dem Aus, ein genaues Datum gibt es noch nicht. 2025 hatte das Unternehmen bereits fünf Standorte aufgegeben. Grund sind die schwache Baukonjunktur und der Margendruck im Agrarsektor.

Umsatzeinbruch um ein Drittel

Der Sparkurs ist dringend nötig, wie die Zahlen für das erste Quartal 2026 zeigen. Der Konzernumsatz brach um 35 Prozent auf 2,3 Milliarden Euro ein. Schlechtes Wetter, die Baukrise und der Irankrieg belasteten das Geschäft. Außerdem fehlten die Umsätze der verkauften Cefetra Group.

Fortschritte beim Schuldenabbau

Trotz des Umsatzeinbruchs kommt die BayWa bei der Sanierung voran. Die Verschuldung sank um 1,3 Milliarden Euro. Der Verkauf der Cefetra-Anteile brachte rund 125 Millionen Euro.

Energy Vault übernahm am 27. Mai 2026 ein Energiespeicherportfolio in Japan mit 850 Megawatt – ein Schritt zur Sicherung der Liquidität. Der geplante Komplettverkauf der BayWa r.e. gilt allerdings wegen der Marktbedingungen als gefährdet.

Finanzierung bis Herbst gesichert

Der Konzern hat eine Standstill-Vereinbarung mit den Banken verlängert. Sie läuft bis zum Herbst 2026. Das gibt dem Vorstand Zeit für den Sanierungsplan. Marktgerüchte über einen möglichen Gläubigerverzicht von einer Milliarde Euro sind nicht bestätigt.

An der Börse spiegelt sich die Unsicherheit wider. Die Aktie steigt am Donnerstag um knapp neun Prozent auf 13,35 Euro.

Auf Jahressicht verliert das Papier aber rund 34 Prozent. Der RSI von 65,7 deutet auf eine leichte Überhitzung hin. Die 200-Tage-Linie bei 15,96 Euro bleibt in weiter Ferne.

Bis zum Herbst 2026 läuft die Atempause der Banken. Dann muss der Sanierungsplan stehen. Gelingt das nicht, könnte die Insolvenz drohen.