Der Sanierungsdruck beim Münchner Agrarkonzern wächst rasant, nachdem die Hoffnungen auf einen lukrativen Teilverkauf der Energiesparte geplatzt sind. Um die Gläubigerbanken bei Laune zu halten und dringend benötigte Liquidität zu beschaffen, muss nun ein profitabler Aktivposten in Neuseeland weichen. Mit dem Verkauf der Obsttochter T&G Global versucht das Management, eine kritische Lücke im Restrukturierungsplan zu schließen.
Für die Veräußerung des 74-prozentigen Anteils hat der Konzern die Investmentbank Goldman Sachs mandatiert. Die Transaktion soll rund 300 Millionen Euro einbringen. Das neuseeländische Unternehmen, das weltweit Frischwaren vermarktet, steht nach vorherigen Verlusten wieder solider da und wies für das Jahr 2024 einen operativen Gewinn von 12,7 Millionen US-Dollar aus. Allerdings verkomplizieren widerstreitende Interessen mit dem Minderheitsaktionär Joy Wing Mau, der knapp 20 Prozent hält, den laufenden Prozess.
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Energiesparte zwingt zum Handeln
Der Grund für den hastigen Verkaufsprozess liegt in der massiven Schieflage der Tochtergesellschaft BayWa r.e. Das Auslaufen von US-Förderungen für Erneuerbare Energien hat den Wert der Sparte drastisch gedrückt. Ursprünglich plante das Management, im Jahr 2028 rund 1,7 Milliarden Euro durch einen Teilverkauf einzunehmen. Dieser zentrale Baustein der Sanierung ist hinfällig. Entsprechend musste die Gewinnprognose der Energiesparte stark nach unten korrigiert werden: Für das Jahr 2030 rechnet das Unternehmen nur noch mit einem EBITDA von 150 Millionen Euro statt der ursprünglich angepeilten 230 Millionen Euro für 2028.
Gläubiger fordern Ergebnisse
Das gesamte Restrukturierungsgerüst hängt nun von einer Verlängerung der Stillhaltevereinbarung mit den Kernbanken bis Herbst 2026 ab. Ohne diese formale Zustimmung verliert das im Mai 2025 abgeschlossene StaRUG-Verfahren seine rechtliche Basis. Als positives Signal dient den Gläubigern der im Februar vollzogene Verkauf der niederländischen Tochter Cefetra. Dieser Schritt spülte nicht nur 125 Millionen Euro in die Kassen, sondern befreite die Bilanz auch von über 600 Millionen Euro an Bankverbindlichkeiten.
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Am Aktienmarkt honorieren Anleger die jüngsten Bemühungen um einen Schuldenabbau vorsichtig. Am Freitag kletterte das Papier um 4,91 Prozent auf 14,95 Euro. Auf Jahressicht spiegelt ein schmerzhaftes Minus von knapp 26 Prozent jedoch weiterhin die tiefe Skepsis der Investoren wider.
Eine schnelle Rückkehr zur Normalität ist nicht in Sicht. Aus dem einstigen 24-Milliarden-Euro-Konzern soll bis 2028 ein deutlich kleineres Unternehmen mit 10 Milliarden Euro Umsatz entstehen. Bis Investoren die tatsächliche finanzielle Lage präzise bewerten können, vergeht noch viel Zeit: Der geprüfte Konzernabschluss für das Jahr 2025 wird aufgrund der komplexen Umstrukturierungen erst im vierten Quartal 2026 vorliegen.
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