Ein technisches Aufflackern — und dahinter ein Konzern, der auf mehreren Fronten kämpft. Die BayWa-Aktie notiert aktuell bei 13,60 Euro und hat seit Jahresbeginn knapp 19 Prozent verloren. Der Abstand zum 200-Tage-Durchschnitt beträgt fast 20 Prozent.
PwC geht, Apas ermittelt
Der Bruch mit dem bisherigen Abschlussprüfer PricewaterhouseCoopers ist mehr als ein Routinewechsel. PwC hatte den Jahresabschluss 2023 uneingeschränkt testiert — obwohl offenbar existenzgefährdende Risiken vorlagen. Inzwischen hat die staatliche Aufsichtsstelle Apas ein berufsaufsichtsrechtliches Verfahren gegen PwC eingeleitet. BayWa schreibt das Prüfermandat ab 2026 neu aus und prüft konkrete Schadensersatzansprüche gegen die Prüfer.
Parallel bereitet die Kanzlei TILP Aktionärsklagen vor. Grundlage ist ein BaFin-Bescheid: Die Aufsicht rügte, dass BayWa in ihrem Lagebericht wesentliche Details zu einem Milliardenkredit und Refinanzierungsrisiken einer 500-Millionen-Euro-Anleihe verschwiegen hatte. Klageberechtigt sind Aktionäre, die zwischen Januar 2022 und Januar 2026 Anteile erworben haben.
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Finanzierungslücke bleibt offen
Hinter dem juristischen Druck liegt das eigentliche Problem: Die Restrukturierung kommt nicht schnell genug voran. Der ursprünglich geplante Verkauf von 51 Prozent der Energietochter BayWa r.e. für bis zu 1,7 Milliarden Euro scheiterte, nachdem die USA Anfang 2025 Fördergelder für erneuerbare Energien strichen.
Mit dem Cefetra-Verkauf und weiteren Transaktionen hat BayWa bislang 1,3 Milliarden Euro an Schulden abgebaut — knapp ein Drittel des angestrebten Gesamtziels von vier Milliarden Euro. Der nächste potenzielle Erlös kommt vom T&G-Global-Verkauf, für den Interessenten wie Roc Partners, Paine Schwartz und Hancock gehandelt werden. Erwartet werden rund 300 Millionen Euro. Ein Beitrag — aber kein Durchbruch.
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Wie tief die Krise ins Bankensystem ausstrahlt, zeigt ein Detail: Von einem Schuldscheindarlehen über 220 Millionen Euro haben bayerische Volks- und Raiffeisenbanken im Jahresabschluss 2024 bereits 60 Prozent abgeschrieben.
Blindflug bis Ende 2026
Das Management hat die Prognose für 2026 bereits gestrichen. Das bereinigte EBITDA-Ziel für 2027 liegt nun bei rund 140 Millionen Euro. Bis Ende 2028 soll der Konzern auf vier Kerngeschäftsfelder konzentriert, rund 1.300 Stellen abgebaut und der Umsatz auf etwa 10 Milliarden Euro zurückgefahren sein.
Das Problem für Investoren: Wegen der ausstehenden Neubewertung der Tochter BayWa r.e. rechnen Beobachter erst im vierten Quartal 2026 mit einem testierten Jahresabschluss. Ohne testierte Zahlen und ohne Einigung mit den Gläubigerbanken — allen voran DZ Bank und HVB — fehlt die Grundlage für eine belastbare Neubewertung. Beides ist frühestens im Herbst 2026 zu erwarten.
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