Am Montag schloss die BayWa-Aktie bei 12,65 Euro — rund 32 Prozent unter dem Niveau vor einem Jahr. Diese Woche könnte zumindest einen Hinweis liefern, ob der Münchner Agrarkonzern seinen Sanierungskurs hält.
Am 26. Mai veröffentlicht BayWa den Quartalsbericht — den ersten operativen Datenpunkt seit Monaten. Vorstandsmitglied Marlen Wienert hatte zuletzt erklärt, die Liquidität habe den höchsten Stand seit Beginn der Krise erreicht. Der Bericht wird zeigen, ob sich das in konkreten Zahlen niederschlägt. Den testierten Jahresabschluss für 2025 erwartet das Unternehmen erst im vierten Quartal 2026.
T&G-Verkauf: Interessenten da, Hindernisse auch
Parallel läuft der Bieterprozess für die neuseeländische Obsttochter T&G Global. Goldman Sachs sucht seit März 2026 einen Käufer für den 74-prozentigen Anteil. T&G vermarktet Apfelsorten wie Envy und Jazz in über 60 Ländern und erzielte 2024 einen Umsatz von 1,3 Milliarden US-Dollar. Als Interessenten gelten auf Agrarwirtschaft spezialisierte Private-Equity-Gesellschaften wie Roc Partners, Paine Schwartz und Hancock.
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Der erwartete Erlös liegt bei rund 300 Millionen Euro. Das klingt substanziell — vom Gesamtsanierungsziel von vier Milliarden Euro bis 2028 hat BayWa bislang aber erst 1,3 Milliarden Euro gesichert. Erschwerend kommt hinzu, dass die Hongkonger Joy Wing Mau Group knapp 20 Prozent an T&G hält und eine Mehrheitsübernahme kompliziert.
Drei Bedingungen, kein Puffer
Bis Herbst 2026 muss BayWa drei Dinge liefern: den testierten Abschluss, die Bankenzustimmung und den T&G-Verkauf. Scheitert auch nur eines davon, verliert der im Mai 2025 finalisierte StaRUG-Plan seine Grundlage. Im Kern geht es um die Verlängerung der Stillhaltevereinbarung — DZ Bank und UniCredit sollen diese bis zum Herbst verlängern.
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Operativ verfolgt BayWa einen radikalen Schrumpfkurs: Konzentration auf vier Kerngeschäftsfelder, Abbau von rund 1.300 Stellen, Umsatzrückgang auf etwa 10 Milliarden Euro bis 2028. Eine Prognose für 2026 gibt es nicht. Das bereinigte EBITDA-Ziel für 2027 liegt bei rund 140 Millionen Euro.
Juristisch wächst der Druck. Die Staatsanwaltschaft München I ermittelt gegen die früheren Vorstandschefs Klaus Josef Lutz und Marcus Pöllinger wegen des Verdachts auf Untreue und falsche Darstellung im Jahresabschluss 2023. Die Prüferaufsichtsstelle Apas prüft zudem PricewaterhouseCoopers, das für 2023 ein uneingeschränktes Testat erteilt hatte. Für alle Beschuldigten gilt die Unschuldsvermutung.
Der Quartalsbericht am 26. Mai ist damit mehr als ein Routinetermin: Er ist der erste messbare Beleg dafür, ob BayWas Sanierung Fahrt aufnimmt — oder ob die Lücke zwischen Ankündigung und Realität weiter wächst.
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