BayWa Aktie: Razzia überschattet Notverkauf

Der Agrar- und Energiekonzern BayWa treibt den Verkauf von Auslandstöchtern voran, während juristische Ermittlungen gegen Ex-Manager laufen. Die Energiewende in den USA erschwert die Kernstrategie.

BayWa Aktie
Kurz & knapp:
  • Verkauf von T&G Global soll 300 Millionen Euro bringen
  • Ermittlungen der Staatsanwaltschaft gegen frühere Führung
  • US-Energiepolitik gefährdet Verkaufserlöse von BayWa r.e.
  • Aktie verliert über 31 Prozent im Jahresvergleich

Der Agrar- und Energiekonzern treibt seinen drastischen Umbau voran und trennt sich von wertvollen Auslandstöchtern. Während der geplante Verkauf der neuseeländischen T&G Global frisches Geld in die Kassen spülen soll, rückt die juristische Aufarbeitung der Krise massiv in den Vordergrund. Hausdurchsuchungen bei der ehemaligen Führungsriege werfen ein grelles Licht auf die tiefgreifenden Probleme der Vergangenheit.

Tropfen auf den heißen Stein

Um die immense Schuldenlast zu drücken, hat BayWa den Verkauf seiner 74-prozentigen Beteiligung an der T&G Global eingeleitet. Goldman Sachs soll den Prozess begleiten, der Insidern zufolge rund 300 Millionen Euro einbringen könnte. Gemessen am gesamten Entschuldungsziel von vier Milliarden Euro bis 2028 ist dies ein überschaubarer Betrag. Bislang konnte der Konzern seine Verbindlichkeiten primär durch die Veräußerung der Handelstochter Cefetra um 1,3 Milliarden Euro reduzieren. Es fehlen weiterhin rund 2,7 Milliarden Euro, um den Sanierungsplan zu erfüllen.

US-Politik durchkreuzt Kernstrategie

Das eigentliche Fundament der Rettungsstrategie bröckelt derweil. Ursprünglich sollte die Energietochter BayWa r.e. 1,7 Milliarden Euro beisteuern. Eine veränderte Energiepolitik in den USA – dem wichtigsten Einzelmarkt der Sparte – drückt die erzielbaren Verkaufspreise nun erheblich. Das bereinigte EBITDA-Ziel für 2027 wurde auf 140 Millionen Euro fast halbiert, der Planungshorizont verschiebt sich auf 2030. Diese fundamentale Unsicherheit spiegelt sich deutlich am Kapitalmarkt wider: Auf Jahressicht verzeichnet das Papier einen Wertverlust von über 31 Prozent und ging gestern bei 14,40 Euro aus dem Handel.

Staatsanwaltschaft im Einsatz

Parallel zu den operativen Herausforderungen nimmt der juristische Druck zu. Die Finanzaufsicht BaFin hat den Jahresabschluss 2023 wegen verschwiegener Finanzierungsrisiken formell beanstandet. Inzwischen ermittelt die Staatsanwaltschaft München wegen des Verdachts der Untreue und ließ die Privaträume des langjährigen Ex-Chefs Klaus Josef Lutz sowie weiterer früherer Vorstandsmitglieder durchsuchen. Der aktuelle Vorstand prüft nun Schadensersatzansprüche gegen die ehemaligen Manager sowie gegen die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft PricewaterhouseCoopers, die das fragliche Testat erteilt hatte.

Die gestern vorgelegten Quartalszahlen dienen nun als harte Verhandlungsgrundlage mit den Gläubigerbanken. Diese müssen entscheiden, ob sie die Stillhaltevereinbarung bis Herbst 2026 verlängern. Begleitet wird dieser Prozess von harten Einschnitten im operativen Geschäft: Bis 2027 fallen rund 1.300 Stellen weg, 26 Niederlassungen schließen. Sollten die Banken dem revidierten Konzept nicht zustimmen, muss das Management einen komplett neuen Sanierungsplan ausarbeiten.

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