Finanzielle Sanierung, staatsanwaltschaftliche Ermittlungen, Aufsichtsratsabgänge — bei BayWa kommt derzeit vieles zusammen. Während das Unternehmen noch versucht, eine Finanzierungslücke von mehreren Milliarden Euro zu schließen, öffnet sich eine zweite Front: die juristische.
Klagen, Ermittlungen, Prüferaffäre
Ausgangspunkt ist eine BaFin-Rüge vom Oktober 2025. Die Finanzaufsicht stellte fest, dass der Konzernabschluss 2023 die Finanzlage und Finanzierungsrisiken möglicherweise fehlerhaft dargestellt hat. Die Kanzlei TILP leitet daraus Schadensersatzansprüche gegen BayWa ab — für Aktionäre, die zwischen Januar 2022 und Januar 2026 Aktien erworben haben.
Parallel ermittelt die Staatsanwaltschaft München I gegen frühere Vorstandschefs, darunter Klaus Josef Lutz und Marcus Pöllinger. Der Vorwurf: Untreue und vorsätzlich falsche Darstellung von Liquiditätsrisiken im Jahresabschluss 2023. Im Januar kam es zu Hausdurchsuchungen. Für alle Beschuldigten gilt die Unschuldsvermutung.
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Auch der bisherige Abschlussprüfer PwC gerät unter Druck. Das Unternehmen hatte für 2023 ein uneingeschränktes Testat erteilt, ohne auf existenzgefährdende Risiken hinzuweisen — eine Pflicht nach Handelsgesetzbuch. Die Abschlussprüferaufsichtsstelle Apas leitete ein berufsaufsichtsrechtliches Verfahren ein. BayWa schrieb das Prüfmandat für 2026 neu aus; PwC testiert letztmalig das Geschäftsjahr 2025.
Sanierungslücke und Blindflug bis Ende 2026
Die juristische Eskalation trifft ein Unternehmen in fragiler Verfassung. Vom Sanierungsziel von vier Milliarden Euro hat BayWa bislang 1,3 Milliarden Euro gesichert. Eine ausstehende Cefetra-Rate von 45 Millionen Euro wird bis Ende April fällig — ein kleiner Puffer, aber kein struktureller Fortschritt.
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Entscheidend bleibt die Haltung der Gläubigerbanken DZ Bank und HVB: Stimmen sie der Verlängerung der Stillhaltevereinbarung bis Herbst 2026 nicht zu, fehlt dem Management die operative Grundlage für den weiteren Umbau. Dass die bayerischen Volks- und Raiffeisenbanken von einem 220-Millionen-Euro-Schuldscheindarlehen bereits 132 Millionen Euro abgeschrieben haben, zeigt, wie weit die Krise in die Eigentümerstruktur ausstrahlt.
Hinzu kommt ein Transparenzproblem: Der Konzernabschluss 2025 wird wegen der ausstehenden Neubewertung der Energietochter BayWa r.e. erst im vierten Quartal 2026 erwartet. Eine belastbare Einschätzung der Unternehmenslage ist bis dahin kaum möglich. Auch im Aufsichtsrat vollzieht sich ein weitgehender Wechsel — drei Mitglieder traten zuletzt zurück, darunter Ende März Monika Hohlmeier und Michael Höllerer.
Die Aktie notiert rund 25 Prozent unter ihrem Stand vor zwölf Monaten. Zwei Termine werden den weiteren Verlauf maßgeblich bestimmen: die Bankeneinigung im Herbst und der testierte Jahresabschluss — beides frühestens im vierten Quartal 2026.
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