Am 26. März legt BayWa Quartalszahlen vor — doch das eigentliche Problem lässt sich damit nicht lösen. Der ursprüngliche Entschuldungsplan ist gescheitert, der vollständige Jahresabschluss 2025 verschiebt sich bis ins vierte Quartal 2026, und die Jahresprognose hat der Konzern komplett gestrichen.
Das Milliardenloch bei BayWa r.e.
Das Kernstück des Sanierungsplans war der Verkauf der 51-Prozent-Beteiligung an der Energietochter BayWa r.e. — bis Ende 2028 sollten daraus rund 1,7 Milliarden Euro fließen. Dieser Erlös ist nun nicht mehr realisierbar. Veränderte regulatorische Rahmenbedingungen, besonders in den USA, drücken die erzielbaren Preise erheblich. Positive operative Ergebnisse der Energietochter werden frühestens ab 2027 erwartet, der Planungshorizont verschiebt sich insgesamt auf 2030.
Vom ursprünglichen Gesamtziel von vier Milliarden Euro bis 2028 stehen bislang knapp 33 Prozent auf der Habenseite. Der größte Einzelposten: der Verkauf der Handelstochter Cefetra, der 125 Millionen Euro einbrachte und die Bilanz um über 600 Millionen Euro an Bankverbindlichkeiten entlastete. Seit 2025 sanken die Schulden so um rund 1,3 Milliarden Euro — ein messbarer Fortschritt, aber weit vom Ziel entfernt.
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Strukturumbau und offene Flanken
Parallel läuft der operative Rückbau. Bis 2027 sollen rund 1.300 Stellen wegfallen, davon etwa 40 Prozent in der zentralen Verwaltung. 26 Niederlassungen werden geschlossen, der Umsatz bis 2028 auf rund zehn Milliarden Euro zurückgefahren. Als nächster Verkaufskandidat gilt die neuseeländische Tochter T&G Global — Insidern zufolge könnten rund 300 Millionen Euro zur Entschuldung beitragen. Das schließt die entstandene Lücke jedoch nur teilweise.
Um Zeit zu gewinnen, verhandelt der Vorstand mit Kernbanken und Hauptaktionären über eine Stillhaltevereinbarung bis Herbst 2026. Laut Unternehmensangaben ergeben sich daraus vorerst keine negativen Auswirkungen auf die Liquidität.
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Führungswechsel und regulatorischer Druck
Der Druck kommt von mehreren Seiten. Die BaFin rügte BayWa formal, weil im Jahresabschluss 2023 wesentliche Finanzierungsrisiken — darunter Kreditbedingungen und Refinanzierungsrisiken von Anleihen — im Lagebericht verschwiegen worden waren. Zudem laufen staatsanwaltschaftliche Ermittlungen gegen das frühere Management.
An der Spitze vollzieht sich ein umfassender Wechsel: Vorstandschef Dr. Frank Hiller scheidet zum 31. Juli 2026 aus. Im Aufsichtsrat gehen Ende März Monika Hohlmeier und Michael Höllerer, Ende Mai folgt Monique Surges. Gleichzeitig zieht das Gremium die Kontrolle enger: Geschäfte über 50 Millionen Euro bedürfen künftig der Aufsichtsratsgenehmigung — bisher lag die Schwelle bei 200 Millionen Euro.
Die Q4-Zahlen am 26. März liefern erstmals konkrete Abschreibungszahlen für die Energiesparte. Das vollständige Bild — und damit die Grundlage für ein neu verhandeltes Sanierungskonzept — liegt frühestens im Herbst 2026 vor, wenn die Stillhaltevereinbarung ausläuft und das Management den Gläubigern einen überarbeiteten Plan präsentieren muss.
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