Eine formelle BaFin-Rüge, laufende Ermittlungen der Staatsanwaltschaft und ein geplatzter Sanierungsplan setzen den Münchner Agrar- und Energiekonzern massiv unter Druck. Während das Management händeringend mit den Banken über eine Stillhaltevereinbarung verhandelt, richtet sich der Blick auf den 26. März. An diesem Tag muss das Unternehmen das genaue Ausmaß seiner finanziellen Schieflage offenlegen.
Milliardenlücke bei der Energietochter
Der bisherige Rettungsplan des Konzerns ist Makulatur. Hauptverantwortlich dafür ist die Energietochter BayWa r.e., die stark unter der veränderten US-Energiepolitik leidet. Strengere Regulierungen im wichtigsten Einzelmarkt drücken die erzielbaren Verkaufspreise erheblich. In der Folge ist das Ziel, bis 2028 rund 1,7 Milliarden Euro aus dem Verkauf der 51-prozentigen Beteiligung zu erlösen, nicht mehr realistisch.
Der Planungshorizont verschiebt sich dadurch um zwei Jahre nach hinten. Beim anvisierten Gesamtsanierungsziel von vier Milliarden Euro klafft nun eine Lücke von 2,7 Milliarden Euro. Bislang stehen erst 33 Prozent der benötigten Summe auf der Habenseite. Dieser Rückschlag zwingt das Unternehmen dazu, die Veröffentlichung des Jahresabschlusses 2025 möglicherweise bis ins vierte Quartal 2026 zu verschieben. Die Jahresprognose für 2026 wurde bereits komplett gestrichen.
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Juristischer Druck und Führungsexodus
Parallel zu den operativen Problemen wächst der juristische Druck. Die Finanzaufsicht BaFin beanstandete den Jahresabschluss 2023 formell, da wesentliche Risiken rund um Anleihen und Kredite in Höhe von über 1,1 Milliarden Euro verschwiegen wurden. Gleichzeitig ermittelt die Staatsanwaltschaft München I wegen des Verdachts der Untreue gegen ehemalige Verantwortliche, darunter Ex-Chef Marcus Pöllinger.
Die personellen und strukturellen Konsequenzen fallen drastisch aus. CEO Frank Hiller legt sein Amt mit sofortiger Wirkung nieder. Zudem verlassen bis Ende Mai drei Aufsichtsratsmitglieder das Gremium, die intern für den schuldenfinanzierten Expansionskurs der vergangenen Jahre mitverantwortlich gemacht werden. Um künftige Risiken zu minimieren, senkte der Konzern die Genehmigungsschwelle für Geschäfte durch den Aufsichtsrat drastisch von 200 auf 50 Millionen Euro.
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Lichtblicke beim Schuldenabbau
Trotz der angespannten Lage verbucht das Unternehmen messbare Fortschritte auf der Finanzierungsseite. Der Verkauf der Cefetra-Gruppe spülte 125 Millionen Euro in die Kasse und reduzierte die Bankverbindlichkeiten durch Entkonsolidierung um über 600 Millionen Euro. Insgesamt sank die Schuldenlast seit 2025 um 1,3 Milliarden Euro. Ein weiterer Verkauf der neuseeländischen T&G Global könnte zusätzliche 300 Millionen Euro einbringen.
Der nächste entscheidende Termin fällt auf den 26. März. Mit der Vorlage der Q4-Zahlen für 2025 wird das Management das genaue Ausmaß der Abschreibungen bei der Energiesparte beziffern. Diese konkreten Daten bilden die zwingende Grundlage für die Gläubigerbanken, um über eine Verlängerung der Stillhaltevereinbarung bis Herbst 2026 zu entscheiden.
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