Das Sanierungsprogramm von BayWa steht unter erheblichem Druck. Wenige Tage vor den Q4-Zahlen am 26. März verdichtet sich das Bild eines Konzerns, der an mehreren Fronten gleichzeitig kämpft — und dessen ursprünglicher Rettungsplan in wesentlichen Teilen überholt ist.
Milliardenlücke beim Verkauf der Energietochter
Der Kern des Problems liegt bei der Erneuerbaren-Energien-Tochter BayWa r.e. Der Sanierungsplan hatte bis 2028 rund 1,7 Milliarden Euro aus dem Verkauf der 51-prozentigen Beteiligung eingeplant. Diese Summe ist nach dem neuen Mittelfristplan nicht mehr erreichbar. Veränderte regulatorische Rahmenbedingungen — besonders in den USA — drücken die erzielbaren Preise. Positive operative Ergebnisse der Sparte werden nun frühestens 2027 erwartet, der Planungshorizont verschiebt sich auf 2030.
Beim Gesamtsanierungsziel von 4 Milliarden Euro bis 2028 sind bislang erst rund 33 Prozent erreicht — eine Lücke von etwa 2,7 Milliarden Euro. Etwas Entlastung bringt der Verkauf des Getreidehändlers Cefetra: 125 Millionen Euro Erlös und die Entkonsolidierung von Bankverbindlichkeiten über 600 Millionen Euro verbessern die Bilanz spürbar. An der strukturellen Schieflage ändert das wenig.
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Führungswechsel und neue Kontrollregeln
Parallel läuft eine umfassende Erneuerung des Aufsichtsrats. Michael Höllerer und Monika Hohlmeier legen ihre Mandate Ende März nieder, Monique Surges folgt Ende Mai. Sie hatten den schuldenfinanzierten Expansionskurs mitgetragen, der BayWa 2024 in die Schieflage brachte. Vorstandsmitglied Dr. Frank Hiller trat mit sofortiger Wirkung zurück.
Als strukturelle Konsequenz wird die Zustimmungspflicht des Aufsichtsrats künftig bereits bei Geschäften ab 50 Millionen Euro ausgelöst — statt bisher 200 Millionen Euro. Ab 2028 gilt zudem ein neues Wahlsystem mit verkürzten Amtszeiten und jährlicher Rotation.
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Hinzu kommen juristische Belastungen: Die BaFin hat den Jahresabschluss 2023 formell beanstandet, weil wesentliche Finanzierungsrisiken — darunter Bedingungen eines Milliardenkredits sowie Refinanzierungsrisiken für Anleihen über insgesamt mehr als eine Milliarde Euro — im Lagebericht fehlten. Die Staatsanwaltschaft München I ermittelt wegen des Verdachts der Untreue gegen ehemalige Verantwortliche, darunter Ex-Chef Marcus Pöllinger.
Q4-Zahlen als Prüfstein
Am 26. März legt BayWa die Q4-Zahlen vor. Erstmals wird dabei das genaue Ausmaß der Abschreibungen bei der Energiesparte beziffert. Der vollständige Jahresabschluss 2025 dürfte sich derweil bis ins vierte Quartal 2026 verzögern. Spätestens im Herbst 2026, wenn die angestrebte Stillhaltevereinbarung mit den Gläubigern ausläuft, muss das Management ein vollständig überarbeitetes und tragfähiges Sanierungskonzept vorlegen. Laut Unternehmensangaben hat die neue Planung vorerst keine negativen Auswirkungen auf die aktuelle Liquidität — ein schmaler Puffer für einen Konzern, dessen Aktie seit Jahresbeginn rund 13 Prozent verloren hat und mit 14,55 Euro deutlich unter ihrem 200-Tage-Durchschnitt notiert.
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