BayWa Aktie: Sanierungsplan kollabiert

Der Verkauf der Energiesparte BayWa r.e. erzielt nicht die geplanten Erlöse, wodurch der gesamte Entschuldungsplan des Konzerns hinfällig wird. Neue Verhandlungen mit Banken sind nötig.

BayWa Aktie
Kurz & knapp:
  • Verkauf der Energietochter verfehlt Erlöserwartungen
  • Sanierungskonzept von 2025 ist gescheitert
  • Verhandlungen über Stillhaltevereinbarung bis 2026
  • Umfassende Führungswechsel im Unternehmen

Am Mittwoch zerschlug eine Ad-hoc-Mitteilung die Hoffnungen auf eine schnelle Rettung des hoch verschuldeten Agrar- und Energiekonzerns. Das Herzstück des bisherigen Entschuldungsplans, der Verkauf der Energietochter BayWa r.e., verfehlt die gesteckten Ziele massiv. Damit ist das erst im Juni 2025 verabschiedete Sanierungskonzept hinfällig.

Ursächlich für die drastische Planabweichung ist ein verändertes Marktumfeld für Projektentwickler im Bereich erneuerbarer Energien. Vor allem die regulatorische Kehrtwende in den USA unter Präsident Donald Trump trifft das Münchner Unternehmen hart. Im Jahr 2024 waren die Vereinigten Staaten mit 534,7 Megawatt verkaufter Leistung noch der wichtigste Markt für die BayWa r.e. Die nun erwarteten Kürzungen bei grünen Energien machen die ursprünglich kalkulierten Verkaufserlöse von 1,7 Milliarden Euro für die 51-prozentige Beteiligung unrealistisch. Eine deutliche Abwertung der Tochtergesellschaft rückt näher.

Verhandlungen und ein Teilerfolg

Um Zeit zu gewinnen, verhandelt der Vorstand aktuell mit Kernbanken und Hauptaktionären über eine Stillhaltevereinbarung bis Herbst 2026. Diese Frist ist zwingend nötig, um die Finanzierungsvereinbarungen komplett neu aufzusetzen.

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Immerhin verbucht der Konzern an anderer Stelle einen bilanziellen Fortschritt: Der formell vollzogene Verkauf des Agrarhandelsgeschäfts Cefetra spült 125 Millionen Euro in die Kasse und befreit die Bilanz von über 600 Millionen Euro an Bankverbindlichkeiten. Seit 2025 sanken die Schulden so um rund 1,3 Milliarden Euro. Das deckt allerdings nur ein Drittel des ursprünglichen Gesamtziels ab.

Exodus in der Teppichetage

Parallel zur finanziellen Schieflage baut der Konzern seine Führungsspitze um. Die scheidenden Kontrolleure standen wegen des schuldenfinanzierten Expansionskurses der vergangenen Jahre massiv in der Kritik. Der personelle Umbruch folgt einem engen Zeitplan:

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  • Ende März 2026: Monika Hohlmeier und Michael Höllerer legen ihre Aufsichtsratsmandate nieder.
  • Ende Mai 2026: Monique Surges scheidet aus dem Kontrollgremium aus.
  • 31. Juli 2026: CEO Frank Hiller verlässt das Unternehmen.

Als Reaktion auf die Krise verschärfte das Gremium die internen Vorgaben. Geschäfte müssen künftig ab einem Volumen von 50 Millionen Euro vom Aufsichtsrat gebilligt werden, statt wie bisher ab 200 Millionen Euro.

Der Druck von außen wächst ebenfalls. Die Finanzaufsicht BaFin prüft weiterhin den Jahresabschluss 2023 wegen unzureichend beschriebener Finanzierungsrisiken. Infolgedessen verzögert sich der Konzernabschluss für 2025 voraussichtlich bis in das vierte Quartal 2026. Die Jahresprognose für das laufende Jahr strich das Management bereits komplett.

Am 26. März legt BayWa die Zahlen für das vierte Quartal vor. Dieser Termin liefert konkrete Anhaltspunkte, wie hoch der Abschreibungsbedarf bei der Energiesparte ausfällt und ob der anvisierte Verkauf der neuseeländischen Tochter T&G Global für geschätzte 300 Millionen Euro die verbleibende Finanzierungslücke verkleinern kann.

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