Der Verkauf der Handelstochter Cefetra bringt zwar dringend benötigtes Kapital in die Kassen des Agrar- und Energiekonzerns, doch hinter den Kulissen gerät die groß angelegte Restrukturierung ins Wanken. Das zentrale Element des Entschuldungsplans droht aufgrund schwacher Geschäfte wegzubrechen. Gelingt es dem Management, das Unternehmen trotz eines personellen Umbruchs und schwieriger Marktbedingungen zu stabilisieren?
Entschuldung mit Hindernissen
Mit dem Abschluss des Cefetra-Verkaufs für 125 Millionen Euro verbucht das Unternehmen einen messbaren Fortschritt auf der Passivseite. Durch die Entkonsolidierung fallen über 600 Millionen Euro an Bankverbindlichkeiten aus der Bilanz. Zusammen mit vorherigen Verkäufen reduzierten sich die Schulden damit um rund 1,3 Milliarden Euro. Das Problem: Bis zum Jahr 2028 fehlen weitere 2,7 Milliarden Euro, um das Restrukturierungsziel zu erreichen. Diese Lücke sollte ursprünglich durch die Veräußerung der Mehrheitsanteile an der Energietochter BayWa r.e. geschlossen werden, die rund zwei Milliarden Euro in die Kassen spülen sollte.
Genau diese Kalkulation erweist sich nun als höchst unsicher. Das Geschäft des Wind- und Solarprojektentwicklers verzeichnete zuletzt deutliche Einbrüche. Ein wesentlicher Auslöser ist die regulatorische Wende in den USA, die im Jahr 2024 mit 534,7 Megawatt verkaufter Leistung noch der wichtigste Absatzmarkt für das Tochterunternehmen waren. Die dortige Förderpolitik unter Präsident Donald Trump und Kürzungen im Bereich der erneuerbaren Energien machen eine Abwertung der Sparte unvermeidlich. Bereits im vergangenen Monat warnte das Management per Ad-hoc-Mitteilung vor signifikanten Abweichungen bei der Geschäftsplanung der Tochtergesellschaft. Die geplanten Erlöse aus dem vorgesehenen Exit dürften damit spürbar geringer ausfallen.
Radikaler Führungsumbau und neue Kontrollen
Die operative Krise geht mit tiefgreifenden personellen Veränderungen einher. Das Mandat des bisherigen Vorstandsvorsitzenden Dr. Frank Hiller endete mit sofortiger Wirkung. Vorständin Marlen Wienert übernimmt zusätzlich zu ihren bisherigen Aufgaben das Personalressort und den Bereich Nachhaltigkeit. Parallel dazu verlassen bis Ende Mai drei Aufsichtsratsmitglieder das Gremium. Sie waren in die Kritik geraten, weil sie den schuldenfinanzierten Expansionskurs der vergangenen Jahre gestützt hatten. Um die Kontrollmechanismen zu straffen, muss der Aufsichtsrat künftig bereits Geschäften ab einem Volumen von 50 Millionen Euro zustimmen – zuvor lag die Schwelle bei 200 Millionen Euro.
Die kurzfristige Entwicklung hängt nun maßgeblich an den Zahlen für das vierte Quartal, die am 26. März 2026 veröffentlicht werden. Dieser Bericht wird den konkreten Abschreibungsbedarf bei der Energiesparte beziffern und aufzeigen, ob die Gläubigerbanken den angepassten Kurs mittragen. Aufgrund der Bewertungsunsicherheiten und einer parallel laufenden BaFin-Prüfung des 2023er-Abschlusses verzögert sich zudem der testierte Jahresbericht für 2025. Das Management befindet sich bereits in konkreten Gesprächen mit den Finanzierern, um die angepassten Rahmenbedingungen der Sanierung vertraglich abzusichern.
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