Der Sanierungsplan des Agrarhandelskonzerns gerät ins Stocken. Nach dem geplatzten Verkauf der Energietochter klafft eine gewaltige Finanzierungslücke, während die Gläubigerbanken nun über die Zukunft des Unternehmens entscheiden. Die anstehenden Notverkäufe erweisen sich zudem als komplizierter als erhofft.
Das ursprüngliche Herzstück der Restrukturierung ist gescheitert. Wegen drastischer Kürzungen bei US-Subventionen für erneuerbare Energien fiel der geplante Teilverkauf der Sparte BayWa r.e. ins Wasser. Ohne die staatliche Förderung sank die Attraktivität der Projekte für Käufer enorm, was ein Loch von 2,7 Milliarden Euro in das Sanierungskonzept reißt. Diese fundamentale Unsicherheit spiegelt sich deutlich im Kurs wider: Am Mittwoch schloss das Papier bei 13,60 Euro und verzeichnet damit auf Monatssicht ein Minus von über 18 Prozent.
Um zumindest einen Teil der Lücke zu schließen, muss nun die neuseeländische Obsthandelstochter T&G Global weichen. Goldman Sachs soll den Verkaufsprozess steuern, wobei Analysten Erlöse von rund 300 Millionen Euro erwarten. Allerdings erschwert der asiatische Minderheitsaktionär Joy Wing Mau Group, der knapp 20 Prozent hält, derzeit einen reibungslosen Ablauf. Immerhin fließen Ende April fest eingeplante 107 Millionen Euro aus dem bereits abgeschlossenen Cefetra-Deal in die Kassen. Gemessen am Gesamtziel von vier Milliarden Euro Schuldenabbau bleibt das ein überschaubarer Fortschritt.
Aufsichtsrat zieht die Zügel an
Parallel zum finanziellen Umbau baut der Konzern seine Führungsriege um. Der Aufsichtsrat verschärft die Kontrolle drastisch und muss künftig bereits Geschäfte ab 50 Millionen Euro absegnen – zuvor lag die Schwelle bei 200 Millionen Euro. Gleichzeitig ermittelt die Münchner Staatsanwaltschaft gegen ehemalige Vorstände wegen des Verdachts der Untreue und unzureichender Risikodarstellung.
Da die Energietochter zwingend neu bewertet werden muss, verschiebt sich die Vorlage des Konzernabschlusses 2025 bis in das vierte Quartal 2026. Das gesamte Konstrukt steht und fällt nun mit der DZ Bank und der HVB. Stimmen die Gläubiger einer Verlängerung der Stillhaltevereinbarung bis Herbst 2026 nicht zu, verliert der aktuelle Insolvenzplan seine rechtliche Grundlage. Bis zu dieser finalen Entscheidung im Herbst agieren Anleger ohne testierte Bilanzdaten.
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