Goldman Sachs soll den Verkauf der neuseeländischen Obsthandelstochter T&G Global begleiten — ein konkreter Schritt, der gleichzeitig zeigt, wie groß die Finanzierungslücke bei BayWa noch ist. Von den bis 2028 benötigten vier Milliarden Euro sind erst 1,3 Milliarden gesichert.
T&G Global als nächster Verkaufskandidat
BayWa hält knapp 74 Prozent an T&G Global und will diese Beteiligung vollständig abstoßen. Der erwartete Erlös: rund 300 Millionen Euro. T&G, bekannt für Apfelmarken wie Envy und Jazz, erzielte 2024 einen Umsatz von 1,3 Milliarden US-Dollar und kehrte zuletzt mit einem Nettogewinn von 16 Millionen US-Dollar in die Gewinnzone zurück. Der Prozess läuft jedoch nicht reibungslos — Minderheitsaktionäre wie die Hongkonger Joy Wing Mau Group, die knapp 20 Prozent hält, gelten als Komplikation. Eine endgültige Entscheidung ist noch nicht gefallen.
Der ursprüngliche Sanierungsplan hatte auf den Teilverkauf der Erneuerbaren-Tochter BayWa r.e. gesetzt — 1,7 Milliarden Euro für eine 51-prozentige Beteiligung bis 2028. Dieser Plan ist hinfällig, seit US-amerikanische Förderungen für Wind- und Solarprojekte wegfallen. Der T&G-Verkauf soll die entstandene Lücke zumindest teilweise schließen.
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Banken entscheiden über den Zeitplan
Die unmittelbare Handlungsfähigkeit des Konzerns hängt an den laufenden Kreditgesprächen. BayWa verhandelt mit seinen Kernbanken über eine Stillhaltevereinbarung, die bis in den Herbst 2026 gelten soll. Stimmen die Banken zu, gewinnt das Management die nötige Zeit für den T&G-Verkauf und die operative Restrukturierung. Verweigern sie die Zustimmung, verliert das Sanierungskonzept seine Grundlage.
Parallel dazu lastet weiterer Druck auf dem Konzern: Die Staatsanwaltschaft München I ermittelt gegen ehemalige Führungskräfte wegen des Verdachts der Untreue, und die BaFin hat den Jahresabschluss 2023 förmlich beanstandet.
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Aktionäre warten auf Zahlen
Für Investoren bleibt die Lage schwer einzuschätzen. Der Jahres- und Konzernabschluss für 2025 wird sich voraussichtlich bis ins vierte Quartal 2026 verzögern — zu komplex sind die laufenden Umstrukturierungen und die Neubewertung der BayWa r.e.-Beteiligung. Die Prognose für 2026 hat der Vorstand bereits gestrichen, das bereinigte EBITDA-Ziel für 2027 auf rund 140 Millionen Euro gesenkt.
Bis Ende 2028 soll der Konzern auf vier Kerngeschäftsfelder konzentriert sein, rund 1.300 Stellen abgebaut und der Umsatz auf etwa 10 Milliarden Euro zurückgefahren haben. Ob dieser Zeitplan hält, entscheidet sich in den kommenden Monaten — spätestens wenn die Bankgespräche zu einem Ergebnis kommen.
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