Der Münchner Agrarkonzern hat den Verkauf seiner niederländischen Tochter Cefetra abgeschlossen – ein wichtiger Schritt in der Sanierung. Der Deal entlastet die Bilanz um mehr als 600 Millionen Euro. Doch das größte Problem bleibt ungelöst: Die geplanten Erlöse aus dem Verkauf der Energietochter BayWa r.e. geraten ins Wanken.
Cefetra-Deal bringt 125 Millionen
BayWa hat den niederländischen Getreidehändler Cefetra für 125 Millionen Euro an ein Investorenkonsortium verkauft. Der Betrag entspricht exakt dem Kaufpreis von 2012. Die eigentliche Entlastung liegt jedoch in der Bilanzstruktur: Mit der Entkonsolidierung fallen Verbindlichkeiten von über 600 Millionen Euro aus dem Konzernkreis heraus.
Der Verkauf ist der zweite Anlauf. Im Herbst 2025 war eine Transaktion mit der First Dutch Group des niederländischen Unternehmers Peter Goedvolk an der Finanzierung gescheitert. Trotz EU-Genehmigung kam der Deal nicht zustande.
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Zusammen mit bereits 2025 vollzogenen Verkäufen (RWA, WHG, EDL) hat BayWa die Bankverbindlichkeiten insgesamt um rund 1,3 Milliarden Euro reduziert.
Das 2,7-Milliarden-Problem
Der Sanierungsplan sieht bis 2028 einen Schuldenabbau von 4 Milliarden Euro vor. Nach dem Cefetra-Deal fehlen noch etwa 2,7 Milliarden – und genau hier beginnt das Risiko.
Den größten Brocken soll der Verkauf der Energietochter BayWa r.e. beisteuern: rund 2 Milliarden Euro, so Medienberichte. Doch das Geschäft mit Wind- und Solarparks ist eingebrochen. Die USA unter der neuen Regierung setzen weniger auf erneuerbare Energien, auch in Europa schwächelt die Nachfrage.
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Anfang Februar warnte der Vorstand bereits vor signifikanten Abweichungen in der Geschäftsplanung für die r.e.-Sparte. Belastbare Zahlen werden in den kommenden Wochen erwartet. Ob der kalkulierte Verkaufserlös von 2 Milliarden noch realistisch ist, erscheint fraglich.
Führungswechsel mitten in der Krise
BayWa trennte sich im Februar von Vorstandschef Frank Hiller. Der Abschied zum 31. Juli wurde einvernehmlich vereinbart – offiziell wegen strategischer Differenzen. Im Aufsichtsrat sind derzeit 15 Mitglieder im Amt, drei Positionen sollen zeitnah nachbesetzt werden.
Die Bewährungsprobe steht bevor
Der Cefetra-Verkauf verschafft BayWa Luft, löst aber nicht das Kernproblem. Erst knapp ein Drittel des angestrebten Schuldenabbaus ist geschafft. Die Zahlen zur BayWa r.e., die in den kommenden Wochen erwartet werden, dürften darüber entscheiden, ob der Sanierungsplan in seiner bisherigen Form tragfähig bleibt – oder ob BayWa nachsteuern muss.
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