BayWa Aktie: TILP bereitet Schadensersatzklagen vor

Der Agrarkonzern BayWa kämpft mit einer Finanzierungslücke von 2,7 Milliarden Euro und neuen Schadensersatzklagen von Aktionären.

BayWa Aktie
Kurz & knapp:
  • Finanzierungslücke von 2,7 Milliarden Euro
  • Schadensersatzklagen durch Aktionäre geplant
  • Ermittlungen gegen frühere Vorstandschefs
  • Aktie verliert seit Jahresbeginn über 16 Prozent

Der Agrarkonzern BayWa steht vor entscheidenden Wochen. Ein geplatzter Milliardenverkauf reißt ein tiefes Loch in die Kasse. Parallel dazu formiert sich eine juristische Offensive gegen das Unternehmen und seine ehemaligen Führungskräfte. Das Sanierungskonzept gerät massiv unter Druck.

Juristische Baustellen wachsen

Die Tübinger Kanzlei TILP bereitet Schadensersatzklagen für Aktionäre vor. Grundlage ist eine Rüge der Finanzaufsicht BaFin, wonach BayWa im Lagebericht 2023 wesentliche Refinanzierungsrisiken verschwiegen haben soll.

Im gleichen Schritt verschärft sich der strafrechtliche Druck. Die Staatsanwaltschaft München I ermittelt gegen die früheren Vorstandschefs Klaus Josef Lutz und Marcus Pöllinger wegen des Verdachts auf Untreue. Für alle Beschuldigten gilt die Unschuldsvermutung. Auch der ehemalige Wirtschaftsprüfer PwC gerät ins Visier der Aufsichtsbehörde Apas, weshalb BayWa das Prüfermandat neu ausschreibt.

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Gestrichene Subventionen und ein Milliardenloch

Auf operativer Ebene erweist sich die Energiesparte als massives Hindernis. Durch gestrichene US-Subventionen verlieren Projekte für erneuerbare Energien drastisch an Wert. Der geplante Verkauf einer Mehrheitsbeteiligung, der 2028 rund 1,7 Milliarden Euro einbringen sollte, ist hinfällig. Das reißt eine Finanzierungslücke von 2,7 Milliarden Euro in das Restrukturierungskonzept.

Der Vorstand reagiert mit harten Einschnitten und einem Umbau des Aufsichtsrats. Künftig liegt der Fokus rein auf dem Agrar- und Baustoffhandel. Der Umsatz soll sich auf rund zehn Milliarden Euro mehr als halbieren, wofür weit über tausend Stellen wegfallen.

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Warten auf Millionen aus den Niederlanden

Aktuell blickt das Management gebannt auf den heutigen 30. April. Aus dem Verkauf der niederländischen Tochter Cefetra Group erwartet BayWa eine Restzahlung von rund 107 Millionen Euro. Treffen die Mittel pünktlich ein, stärkt das die Verhandlungsposition gegenüber den Kernbanken DZ Bank und HVB. Beide Institute müssen einer Verlängerung der Stillhaltevereinbarung bis Herbst 2026 zustimmen, um den Sanierungsplan abzusichern.

An der Börse spiegelt sich die angespannte Lage deutlich wider. Die Aktie notiert aktuell bei 14,00 Euro und hat damit seit Jahresbeginn mehr als 16 Prozent an Wert verloren. Vom 52-Wochen-Hoch bei 21,50 Euro ist das Papier weit entfernt.

Den nächsten handfesten Datenpunkt liefert der Quartalsbericht am 6. Mai. Die Zahlen zum ersten Quartal werden zeigen, ob die massiven Kosteneinsparungen im operativen Geschäft bereits messbar greifen. Auf den testierten Konzernabschluss für das vergangene Jahr müssen Investoren indes noch bis zum vierten Quartal warten.

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