BayWa Aktie: Totalabschreibung droht!

Die BayWa belastet ihre Hauptaktionäre, die Genossenschaftsbanken, mit weiteren Abschreibungsrisiken. Die Sanierung des Konzerns hängt von kritischen Bankenzusagen und dem Verkauf von T&G Global ab.

BayWa Aktie
Kurz & knapp:
  • Genossenschaftsbanken müssen 60 Prozent des Darlehens abschreiben
  • Cefetra-Erlös dient als Verhandlungsmasse mit Gläubigern
  • Verkauf der Obsttochter T&G Global ist nächster Sanierungsschritt
  • BayWa-Aktie verliert deutlich an der Börse

Der Genossenschaftsverband Bayern schlägt Alarm. Nach dem gescheiterten Verkauf der Energietochter BayWa r.e. warnt GVB-Präsident Stefan Müller die bayerischen Volks- und Raiffeisenbanken offen vor weiteren Verlusten — bis hin zur kompletten Abschreibung eines Schuldscheindarlehens.

Bereits im Jahresabschluss 2024 mussten die Institute 60 Prozent eines 220-Millionen-Euro-Darlehens abschreiben: 132 Millionen Euro Belastung. Insgesamt haben die Genossenschaftsbanken in den vergangenen zwei Jahren rund 550 Millionen Euro zur Stützung des Konzerns bereitgestellt. Sie halten als größter Aktionär 36,5 Prozent. Müller betont, die Stabilität der bayerischen Institute hänge nicht von BayWa ab — doch die Botschaft hinter der Warnung ist eindeutig.

Die BayWa-Aktie verlor heute 7,1 Prozent auf 13,00 Euro. Seit Jahresbeginn summiert sich das Minus auf fast 23 Prozent.

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Cefetra-Zahlung löst nichts

Ende April fließen rund 107 Millionen Euro aus dem Cefetra-Verkauf in die BayWa-Kasse. Klingt nach Entlastung. Ist es nicht. Das Geld dient vor allem als Verhandlungsmasse im Poker mit den Gläubigerbanken. Rechnerisch sollen die Bankschulden durch Entkonsolidierung und Mitteleinsatz um mehr als 600 Millionen Euro sinken — strukturell bleibt die Lage angespannt.

Das eigentliche Problem sitzt woanders: DZ Bank und HVB müssen die Stillhaltevereinbarung bis Herbst 2026 verlängern. Ohne ihr Ja verliert der im Mai 2025 finalisierte StaRUG-Insolvenzplan seine Grundlage. Erst dann kann BayWa den nächsten Schritt angehen — den Verkauf der knapp 74-prozentigen Beteiligung an der neuseeländischen Obsttochter T&G Global.

T&G und die Milliardenlücke

T&G ist kein Sanierungsfall. 2024 erzielte das Unternehmen 1,3 Milliarden US-Dollar Umsatz und kehrte mit 16 Millionen US-Dollar Nettogewinn in die Gewinnzone zurück. Goldman Sachs begleitet den Verkaufsprozess. Bekannte Apfelmarken wie Envy und Jazz machen die Tochter für strategische Käufer attraktiv.

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Der erwartete Erlös von rund 300 Millionen Euro füllt die Lücke jedoch kaum. Vom Gesamtziel von vier Milliarden Euro hat BayWa bisher erst 1,3 Milliarden Euro gesichert. Die Hongkonger Minderheitsaktionärin Joy Wing Mau Group bremst den Prozess zusätzlich.

Energiesparte als Belastung

Ursprünglich plante BayWa, 1,7 Milliarden Euro für eine 51-Prozent-Beteiligung an BayWa r.e. zu erlösen. Dieser Plan ist hinfällig. Das EBITDA-Ziel für die Sparte schrumpfte von 230 Millionen Euro für 2028 auf 150 Millionen Euro für 2030. Trumps geplante Kürzungen bei der Förderung erneuerbarer Energien belasten die Perspektiven zusätzlich.

Hinzu kommt: Der testierte Jahresabschluss für 2025 erscheint voraussichtlich erst im vierten Quartal 2026. Bis dahin fehlt Investoren jede belastbare Grundlage zur Bewertung der Aktie. Das langfristige Ziel, den Konzern auf rund zehn Milliarden Euro Umsatz zu schrumpfen, bleibt ambitioniert — und hängt an Entscheidungen, die Banker hinter verschlossenen Türen treffen.

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Diskussion zu BayWa

Über Dieter Jaworski 3075 Artikel

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Mein Ziel ist es, Ihnen zu helfen, Ihre Finanzen selbstbewusst und systematisch zu steuern. Ich setze auf praxiserprobte Strategien, die auf fundierten Kennzahlen und klaren Regeln basieren – ohne Hype oder kurzfristige Spekulation.

Mein Weg: Von Siemens-Aktien zur professionellen Analyse

Meine Faszination für Finanzen begann früh. Die ersten eigenen Aktien (Siemens-Belegschaftsaktien 1980) weckten mein Interesse. Während meines Elektrotechnikstudiums vertiefte ich mich im Selbststudium in die Analyse von Aktien und Unternehmensdaten. Die Dotcom-Blase um 2000 war eine prägende Erfahrung – der Verlust von 50% des Kapitals verdeutlichte mir schmerzhaft: „Gier frisst Hirn“. Diese Lektion führte zur Entwicklung disziplinierter Strategien im Bereich Value Investing und Momentum.

Parallel zu meiner wachsenden Finanzexpertise war ich 29 Jahre bei Siemens in internationalen Positionen tätig (u.a. Netzplanung, technische Großprojekte, Vertriebsleitung). Diese Zeit verschaffte mir tiefe Einblicke in die Abläufe und Kennzahlen großer Konzerne – ein unschätzbarer Vorteil für die heutige Aktienbewertung. Ich war zudem im Research-Team eines Finanzinstituts und als Gutachter für einen Wirtschaftsverlag tätig.

Seit 2007 bin ich als unabhängiger Finanzdienstleister aktiv. Meine Analysen teile ich auch unter den Pseudonymen „Javo“ und "value-javo" auf Finanzplattformen.

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