Der Genossenschaftsverband Bayern schlägt Alarm. Nach dem gescheiterten Verkauf der Energietochter BayWa r.e. warnt GVB-Präsident Stefan Müller die bayerischen Volks- und Raiffeisenbanken offen vor weiteren Verlusten — bis hin zur kompletten Abschreibung eines Schuldscheindarlehens.
Bereits im Jahresabschluss 2024 mussten die Institute 60 Prozent eines 220-Millionen-Euro-Darlehens abschreiben: 132 Millionen Euro Belastung. Insgesamt haben die Genossenschaftsbanken in den vergangenen zwei Jahren rund 550 Millionen Euro zur Stützung des Konzerns bereitgestellt. Sie halten als größter Aktionär 36,5 Prozent. Müller betont, die Stabilität der bayerischen Institute hänge nicht von BayWa ab — doch die Botschaft hinter der Warnung ist eindeutig.
Die BayWa-Aktie verlor heute 7,1 Prozent auf 13,00 Euro. Seit Jahresbeginn summiert sich das Minus auf fast 23 Prozent.
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Cefetra-Zahlung löst nichts
Ende April fließen rund 107 Millionen Euro aus dem Cefetra-Verkauf in die BayWa-Kasse. Klingt nach Entlastung. Ist es nicht. Das Geld dient vor allem als Verhandlungsmasse im Poker mit den Gläubigerbanken. Rechnerisch sollen die Bankschulden durch Entkonsolidierung und Mitteleinsatz um mehr als 600 Millionen Euro sinken — strukturell bleibt die Lage angespannt.
Das eigentliche Problem sitzt woanders: DZ Bank und HVB müssen die Stillhaltevereinbarung bis Herbst 2026 verlängern. Ohne ihr Ja verliert der im Mai 2025 finalisierte StaRUG-Insolvenzplan seine Grundlage. Erst dann kann BayWa den nächsten Schritt angehen — den Verkauf der knapp 74-prozentigen Beteiligung an der neuseeländischen Obsttochter T&G Global.
T&G und die Milliardenlücke
T&G ist kein Sanierungsfall. 2024 erzielte das Unternehmen 1,3 Milliarden US-Dollar Umsatz und kehrte mit 16 Millionen US-Dollar Nettogewinn in die Gewinnzone zurück. Goldman Sachs begleitet den Verkaufsprozess. Bekannte Apfelmarken wie Envy und Jazz machen die Tochter für strategische Käufer attraktiv.
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Der erwartete Erlös von rund 300 Millionen Euro füllt die Lücke jedoch kaum. Vom Gesamtziel von vier Milliarden Euro hat BayWa bisher erst 1,3 Milliarden Euro gesichert. Die Hongkonger Minderheitsaktionärin Joy Wing Mau Group bremst den Prozess zusätzlich.
Energiesparte als Belastung
Ursprünglich plante BayWa, 1,7 Milliarden Euro für eine 51-Prozent-Beteiligung an BayWa r.e. zu erlösen. Dieser Plan ist hinfällig. Das EBITDA-Ziel für die Sparte schrumpfte von 230 Millionen Euro für 2028 auf 150 Millionen Euro für 2030. Trumps geplante Kürzungen bei der Förderung erneuerbarer Energien belasten die Perspektiven zusätzlich.
Hinzu kommt: Der testierte Jahresabschluss für 2025 erscheint voraussichtlich erst im vierten Quartal 2026. Bis dahin fehlt Investoren jede belastbare Grundlage zur Bewertung der Aktie. Das langfristige Ziel, den Konzern auf rund zehn Milliarden Euro Umsatz zu schrumpfen, bleibt ambitioniert — und hängt an Entscheidungen, die Banker hinter verschlossenen Türen treffen.
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