Der BayWa-Konzern kämpft weiter um seine Zukunft — und die entscheidenden Weichen werden nicht im Vorstand gestellt, sondern in den Verhandlungsräumen der Gläubigerbanken. Nachdem der geplante Verkauf der Energiesparte gescheitert ist, klafft im Sanierungsplan eine Lücke, die sich nicht so leicht schließen lässt.
Milliardenziel in weiter Ferne
Vom angestrebten Sanierungsvolumen von vier Milliarden Euro hat BayWa bislang 1,3 Milliarden Euro gesichert. Den größten Einzelbeitrag hätte der Teilverkauf der Energietochter BayWa r.e. liefern sollen — 1,7 Milliarden Euro bis 2028. Verschlechterte regulatorische Rahmenbedingungen für Projektentwickler in den USA haben diesen Plan zunichte gemacht.
Ende April fließt immerhin eine ausstehende Zahlung aus dem Cefetra-Verkauf in Höhe von 45 Millionen Euro. Zusammen mit der Entkonsolidierung sollen die Bankverbindlichkeiten der Gruppe um mehr als 600 Millionen Euro sinken — ein Fortschritt, der die Gesamtlücke aber nur begrenzt verkleinert.
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Banken entscheiden, Führung wechselt
Das Herzstück des weiteren Umbaus ist eine Stillhaltevereinbarung mit den Kernbanken, darunter DZ Bank und HVB, die dem Konzern Luft bis Herbst 2026 verschaffen soll. Ohne diese Vereinbarung fehlt dem Management die operative Grundlage. Ein Schuldenschnitt sowie Rangrücktritte der Gläubiger gelten als sehr wahrscheinlich.
Parallel zieht die Krise personelle Konsequenzen nach sich. CEO Dr. Frank Hiller verlässt das Unternehmen zum 31. Juli 2026. Drei Aufsichtsratsmitglieder scheiden im Frühjahr aus, darunter Michael Höllerer und Monika Hohlmeier. Das Kontrollgremium hat zudem die interne Genehmigungsschwelle für Geschäfte von 200 auf 50 Millionen Euro gesenkt.
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Konzern schrumpft auf Kerngeschäft
Die operative Planung spiegelt den Ernst der Lage wider. Die Prognose für 2026 hat der Vorstand gestrichen, das bereinigte EBITDA-Ziel für 2027 auf rund 140 Millionen Euro gesenkt. Bis Ende 2028 soll BayWa auf vier Kerngeschäftsfelder konzentriert, der Umsatz auf etwa zehn Milliarden Euro zurückgefahren und rund 1.300 Stellen abgebaut sein.
Für Investoren kommt erschwerend hinzu, dass der geprüfte Konzernabschluss für 2025 sich wegen der komplexen Strukturmaßnahmen bis ins vierte Quartal 2026 verzögert. Eine belastbare Datenbasis zur Neubewertung des Konzerns gibt es frühestens dann — vorausgesetzt, die Bankgespräche im Herbst führen zu einer Einigung.
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