Der angeschlagene Agrar- und Handelskonzern macht Ernst beim Verkauf seines Tafelsilbers. Um die klaffende Lücke im Sanierungsplan zu verkleinern, soll die neuseeländische Obsthandelstochter T&G Global veräußert werden. Während eine US-Investmentbank den Prozess steuert, wächst im Hintergrund der zeitliche Druck auf die Verhandlungen mit den Gläubigern.
Milliardenlücke erzwingt Handeln
Mit einem Anteil von knapp 74 Prozent ist BayWa der dominierende Aktionär bei der an der neuseeländischen Börse notierten T&G Global. Nun hat der Konzern offiziell Goldman Sachs mandatiert, den Verkauf der Beteiligung zu organisieren. Als potenzielle Käufer gelten auf den Agrarsektor spezialisierte Private-Equity-Firmen. Der erhoffte Erlös von rund 300 Millionen Euro käme dem Unternehmen sehr gelegen, zumal die Obsttochter im Jahr 2024 operativ wieder in die schwarzen Zahlen zurückkehrte.
Dieser Schritt ist zwingend notwendig, da das weitreichende Sanierungskonzept der Münchner ins Stocken geraten ist. Von den bis 2028 benötigten vier Milliarden Euro sind erst 1,3 Milliarden gesichert. Ursprünglich sollte der Teilverkauf der Energiesparte BayWa r.e. bis zu 1,7 Milliarden Euro in die Kassen spülen. Nachdem die USA Anfang 2025 wichtige Fördermittel für erneuerbare Energien strichen, brachen die erzielbaren Preise für diese Assets massiv ein. Infolgedessen musste das Management die Jahresprognose für 2026 komplett streichen und das operative Gewinnziel für 2027 drastisch auf 140 Millionen Euro kappen. Diese fundamentale Unsicherheit spiegelt sich auch im Chartbild wider: Auf Jahressicht verzeichnet das Papier einen Verlust von über 29 Prozent und notiert aktuell bei 14,95 Euro.
Governance-Umbau und Prüferwechsel
Parallel zu den operativen Einschnitten ordnet das Unternehmen seine internen Kontrollstrukturen neu. Das Mandat für die Abschlussprüfung 2026 wurde neu ausgeschrieben, womit die Zusammenarbeit mit PricewaterhouseCoopers (PwC) endet. Hintergrund ist ein laufendes berufsaufsichtsrechtliches Verfahren der staatlichen Abschlussprüferaufsichtsstelle (Apas) gegen PwC im Zusammenhang mit dem uneingeschränkten Testat für das Geschäftsjahr 2023. Auch der Aufsichtsrat zieht die Zügel an und senkt die interne Genehmigungsschwelle für Geschäfte von 200 auf 50 Millionen Euro.
Die weitere Entwicklung des Konzerns hängt nun maßgeblich von den laufenden Verhandlungen mit den Gläubigerbanken ab. Stimmen diese einer Verlängerung der Stillhaltevereinbarung bis Herbst 2026 zu, gewinnt das Management die dringend benötigte Zeit für die Umsetzung des angepassten Sanierungsplans. Bis zur Vorlage des geprüften Konzernabschlusses für 2025, der sich durch die komplexen Umstrukturierungen bis in das vierte Quartal 2026 verzögern wird, agieren Investoren weiterhin in einem Umfeld mit stark begrenzter Datentransparenz.
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