Der Verkauf einer Tochtergesellschaft spült zwar dringend benötigtes Geld in die Kassen des hochverschuldeten Agrar- und Energiekonzerns. Doch hinter den Kulissen brennt es: Ein plötzlicher Chefwechsel, staatsanwaltschaftliche Ermittlungen und ein einbrechendes US-Geschäft bedrohen den gesamten Restrukturierungsplan. Kann das Unternehmen die gewaltige Milliardenlücke noch rechtzeitig schließen?
Milliarden-Lücke bleibt bestehen
Auf dem Papier sieht der jüngste Schritt nach einem Erfolg aus. Der Verkauf der Cefetra-Gruppe senkt die Bankverbindlichkeiten durch die Entkonsolidierung um über 600 Millionen Euro. Zusammen mit früheren Verkäufen baute das Management die Schuldenlast damit um rund 1,3 Milliarden Euro ab. Das Problem dabei: Der Sanierungsplan fordert bis 2028 eine Entschuldung von vier Milliarden Euro. Damit fehlt weiterhin ein Betrag von 2,7 Milliarden Euro, den das Unternehmen nun mühsam auftreiben muss.
US-Markt durchkreuzt die Pläne
Eigentlich sollte die Energietochter BayWa r.e. den Großteil dieser Lücke schließen und rund zwei Milliarden Euro einbringen. Genau dieses Fundament bröckelt jetzt. Regulatorischer Gegenwind in den USA unter Präsident Trump trifft das wichtige amerikanische Geschäft der Tochter hart. Drastische Förderkürzungen dürften den Wert der Sparte und damit den erhofften Verkaufspreis erheblich nach unten drücken. Wegen dieser gravierenden Marktveränderungen verzögert sich nun sogar die Vorlage des Jahresabschlusses für 2025.
Führungschaos und Ermittlungen
Parallel zur operativen Krise räumt BayWa die Teppichetage auf. Vorstandschef Dr. Frank Hiller musste sein Mandat mit sofortiger Wirkung niederlegen. Gleichzeitig verlassen drei Aufsichtsratsmitglieder das Gremium, da sie den früheren schuldenfinanzierten Expansionskurs mitgetragen hatten. Als Konsequenz senkte das Unternehmen die Kontrollschwelle für zustimmungspflichtige Geschäfte drastisch von 200 auf 50 Millionen Euro. Zu allem Überfluss rügte die Finanzaufsicht BaFin den Geschäftsbericht 2023 wegen verschwiegener Kreditbedingungen, während die Staatsanwaltschaft München in diesem Zusammenhang gegen ehemalige Vorstände ermittelt.
Die Entscheidung über die Zukunft des Konzerns fällt in wenigen Wochen. Am 26. März präsentiert das Management die Zahlen für das vierte Quartal 2025. Dann müssen die Verantwortlichen den konkreten Abschreibungsbedarf der Energiesparte offenlegen und detailliert aufzeigen, wie sie die restliche Finanzierungslücke schließen wollen – etwa durch den avisierten Verkauf des neuseeländischen Apfelanbauers T&G Global für rund 300 Millionen Euro. Akzeptieren die Gläubigerbanken den zwangsläufig angepassten Sanierungsplan auf Basis dieser Zahlen nicht, muss das gesamte Rettungskonzept neu verhandelt werden.
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