BayWa Aktie: Wesentliche Fragezeichen?

Der BayWa-Konzern streicht seine Jahresprognose, nachdem der geplante Verkauf der Energiesparte ins Stocken gerät. Ein umfassendes Sparprogramm und Notverkäufe sollen die Finanzierung sichern.

BayWa Aktie
Kurz & knapp:
  • Geplanter Verkauf von BayWa r.e. bringt weniger Geld
  • Jahresprognose für 2026 komplett zurückgezogen
  • Sparprogramm mit 1.300 Stellenabbau gestartet
  • Notverkauf der Beteiligung an T&G Global geplant

Der Münchner Agrar- und Energiekonzern muss sein Sanierungskonzept grundlegend neu ausrichten. Weil der erhoffte Geldregen aus dem Verkauf der Energietochter BayWa r.e. ausbleibt, öffnet sich eine gewaltige Finanzierungslücke von 2,7 Milliarden Euro. Verantwortlich dafür sind veränderte regulatorische Rahmenbedingungen im wichtigsten Einzelmarkt, die das Management nun zu drastischen Einschnitten zwingen.

Verkaufspreise brechen ein

Ursprünglich sollte die Veräußerung einer 51-Prozent-Beteiligung an der Energiesparte bis 2028 rund 1,7 Milliarden Euro einbringen. Gekürzte Fördermittel für erneuerbare Energien in den USA drücken die erzielbaren Preise nun erheblich. Die Konsequenzen für den Konzern sind weitreichend: Die Jahresprognose für 2026 wurde vollständig zurückgezogen, das bereinigte EBITDA-Ziel für 2027 auf rund 140 Millionen Euro gekappt. Zudem verzögert sich der testierte Konzernabschluss für 2025 voraussichtlich bis ins vierte Quartal 2026.

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Diese fundamentale Unsicherheit spiegelt sich in der Bewertung wider. Mit einem Freitagsschlusskurs von 14,40 Euro notiert das Papier deutlich unter dem 200-Tage-Durchschnitt von 17,38 Euro und verzeichnet auf Zwölfmonatssicht einen Verlust von über 31 Prozent.

Um das verbleibende Sanierungsziel von vier Milliarden Euro bis 2028 dennoch zu erreichen, treibt das Unternehmen alternative Notverkäufe voran. Nach dem Verkauf von Cefetra, der 1,3 Milliarden Euro zur Entschuldung beitrug, steht nun die 74-prozentige Beteiligung am neuseeländischen Obsthändler T&G Global im Schaufenster. Insider rechnen hier mit einem Liquiditätszufluss von rund 300 Millionen Euro. Parallel greift ein hartes Sparprogramm, das den Abbau von 1.300 Stellen – vorrangig in der zentralen Verwaltung – sowie die Schließung von 26 Niederlassungen umfasst. Bis 2028 soll der Umsatz gezielt auf etwa zehn Milliarden Euro schrumpfen.

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Ermittlungen erschweren Verhandlungen

Als wäre die operative Schieflage nicht genug, belasten rechtliche Probleme den Umbau. Die Finanzaufsicht BaFin beanstandet den Jahresabschluss 2023 wegen unzureichend offengelegter Finanzierungsrisiken bei einem Milliardenkredit und einer 500-Millionen-Euro-Anleihe. Gleichzeitig ermittelt die Staatsanwaltschaft München I gegen ehemalige Führungskräfte wegen des Verdachts der Untreue, wobei für alle Beteiligten die Unschuldsvermutung gilt.

In diesem angespannten Umfeld verhandelt das Management aktuell mit den Gläubigerbanken. Auf Basis der jüngsten Quartalszahlen soll eine Verlängerung der Stillhaltevereinbarung bis Herbst 2026 erreicht werden. Ein Scheitern dieser Gespräche würde den finanziellen Spielraum für die Anpassung des Sanierungskonzepts unmittelbar beenden.

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