Der Cefetra-Verkauf ist abgeschlossen, doch BayWas Restrukturierung gerät an einem entscheidenden Punkt ins Stocken. Die Energiesparte BayWa r.e., die den Löwenanteil der geplanten Entschuldung liefern sollte, verliert durch politischen Gegenwind aus den USA erheblich an Wert – und damit auch ihre Rolle als Sanierungsanker.
Nur ein Drittel des Wegs geschafft
Der Verkauf der Cefetra Group brachte einen Kaufpreis von 125 Millionen Euro. Der eigentlich wirksame Effekt liegt jedoch in der Bilanzbereinigung: Durch die Entkonsolidierung sinken die Bankverbindlichkeiten um über 600 Millionen Euro. Zusammen mit den Veräußerungen des Vorjahres hat BayWa die Bankschulden damit um rund 1,3 Milliarden Euro reduziert.
Das klingt nach einem soliden Fortschritt – bis man es ins Verhältnis setzt: Der Sanierungsplan sieht bis 2028 eine Gesamtentschuldung von 4 Milliarden Euro vor. Rund 2,7 Milliarden fehlen noch.
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BayWa r.e.: Der Plan bröckelt
Für den größten Teil dieser Lücke war der Verkauf einer Mehrheitsbeteiligung an BayWa r.e. vorgesehen – eingeplant mit rund 2 Milliarden Euro. Im Februar 2026 musste der Konzern per Ad-hoc-Mitteilung einräumen, dass die erwarteten Erlöse aus diesem Exit erheblich geringer ausfallen werden als kalkuliert.
Der Grund: Die US-Politik unter Präsident Trump trifft die Energietochter direkt. Die USA waren mit 534,7 Megawatt verkaufter Leistung im Jahr 2024 der wichtigste Einzelmarkt von BayWa r.e. Drastische Kürzungen bei der Förderung erneuerbarer Energien drücken den erzielbaren Verkaufspreis. Als Folge verzögert sich auch der testierte Jahresabschluss für 2025; das Management hat vorsorglich Gespräche mit Finanzierern aufgenommen.
Parallel dazu laufen weitere Verkäufe: Für 2026 ist die Veräußerung der neuseeländischen Tochter Turners & Growers (T&G Global) geplant, die Insidern zufolge rund 300 Millionen Euro zur Entschuldung beitragen könnte. Darüber hinaus soll der Konzernumsatz bis 2028 auf rund 10 Milliarden Euro sinken; bis 2027 sind rund 1.300 Stellen weniger vorgesehen, darunter etwa 40 Prozent der Arbeitsplätze in der zentralen Verwaltung.
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Führungswechsel und behördlicher Druck
Die Krise hinterlässt personelle Spuren. Vorstandschef Dr. Frank Hiller verlässt das Unternehmen zum 31. Juli 2026, sein Vorsitz endete bereits mit sofortiger Wirkung. Im Aufsichtsrat legen drei Mitglieder ihre Mandate nieder – darunter Monika Hohlmeier und Michael Höllerer zum Ende März sowie Monique Surges Ende Mai. Zur Stärkung der internen Kontrolle wurde die Zustimmungspflicht des Aufsichtsrats von bisher 200 Millionen Euro auf 50 Millionen Euro abgesenkt.
Zusätzlich steht die BaFin auf der Matte: Die Behörde moniert, dass BayWa im Geschäftsbericht 2023 die Bedingungen eines Milliardenkredits eines Bankenkonsortiums im Lagebericht verschwiegen hatte. Das Bundesamt für Justiz verhängte bereits im November 2025 ein Ordnungsgeld wegen verspäteter Einreichung der Konzernrechnungslegungsunterlagen für 2024.
Am 26. März legt BayWa die Zahlen für das vierte Quartal 2025 vor. Dann wird sich konkret zeigen, wie hoch der Abschreibungsbedarf bei der Energiesparte ausfällt, ob die Gläubigerbanken den überarbeiteten Kurs mittragen – und ob der Sanierungsplan in seiner bisherigen Form noch trägt oder grundlegend angepasst werden muss.
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