Warren Buffett ist abgetreten, und schon versucht sich ein Bewunderer am Nachbau. Hedgefonds-Manager Bill Ackman will die börsennotierte Howard Hughes Holdings zu einer Investmentholding nach Berkshire-Vorbild umbauen. Währenddessen schlägt das Original unter Greg Abel teilweise einen anderen Weg ein.

Versicherung als Fundament

Greg Abel führt den Konzern seit Januar, im September gab Buffett zudem den Verwaltungsratsvorsitz ab. Ackman, der bei Howard Hughes den Verwaltungsrat leitet, legte im Juni den Grundstein: Er übernahm den Spezialversicherer Vantage Group für rund 2,1 Milliarden Dollar.

Ende September konkretisierte er seine Strategie. Howard Hughes soll deutlich weniger eigenes Kapital in Immobilien binden und externe Investoren an Projekten beteiligen. Rund 80 Prozent des Eigenkapitals in ertragsbringenden Immobilien sollen frei werden. Aus Verkäufen, Wohnprojekten und laufenden Erträgen könnten binnen fünf Jahren 2,5 bis 3 Milliarden Dollar zusammenkommen, die Ackman möglichst ins Versicherungsgeschäft lenken will.

Der Hintergrund ist der Float. Bei Berkshire sind GEICO, die Rückversicherung mit General Re und der Kölnischen Rück sowie die Primärversicherer das umsatzstärkste Segment. Die Prämien fließen im Voraus, Schäden werden oft erst Jahre später reguliert. Das Geld gehört rechtlich nicht Berkshire, lässt sich aber investieren. Ende 2025 summierte sich dieser Hebel auf 176 Milliarden Dollar.

Ackman will den Mechanismus kopieren. Seine Gesellschaft Pershing Square soll das Anlageportfolio von Vantage ohne zusätzliche Gebühren verwalten. Das Kapital stünde so langfristiger zur Verfügung als in einem klassischen Hedgefonds.

Das Original geht anders vor

Bemerkenswert: Berkshire setzt unter Abel teils auf das Gegenteil. Während Ackman Kapital aus Immobilien abzieht, fließen beim Original Milliarden in den US-Wohnungsbau. Im Juli schloss der Konzern die Übernahme des Hausbauers Taylor Morrison ab, der Unternehmenswert lag inklusive Schulden bei rund 8,5 Milliarden Dollar. Das Engagement bei Lennar wurde ausgebaut.

Zugleich blickt Berkshire seit 2020 nach Japan. Der Konzern stockt seine Beteiligungen an fünf großen Handelshäusern, darunter Itochu und Mitsui, kontinuierlich auf.

Beweislast bei Ackman

Ackman hält für Howard Hughes bis 2030 einen Unternehmenswert von 211 Dollar je Aktie für erreichbar. Aktuell kostet das Papier knapp 70 Dollar. Dazu müsste die Börse die Bewertungen des Managements übernehmen.

Versicherungen bergen Risiken durch Großschäden, Fehlkalkulationen und Anlageverluste, zudem ist die Umstrukturierung nicht abgeschlossen. Berkshire hat einen Vorsprung von Jahrzehnten, in denen das Modell unterschiedliche Krisen überstand. Diesen Nachweis muss Ackman erst erbringen.