Zwei Meldungen, ein gemeinsamer Nenner: Berkshire Hathaway zeigt sich heute von zwei Seiten. Die Tochter GEICO setzt im Schadenmanagement auf externe Technologie. Parallel dazu rückt Warren Buffetts Bilanz der eigenen Fehlgriffe wieder in den Blick.
GEICO setzt auf Entegral
GEICO, drittgrößter Autoversicherer der USA und Teil der Berkshire-Familie, hat eine strategische Partnerschaft mit der Schadenplattform Entegral angekündigt. Entegral gehört zu Enterprise Mobility, dem Betreiber der Marke Enterprise Rent-A-Car. Die Software soll Schadenmeldungen effizienter lenken, Termine klarer kommunizieren und die Auswahl der Werkstatt erleichtern.
Ziel ist ein einheitlicheres Kundenerlebnis von der Schadenmeldung bis zur Reparatur. Dafür verknüpfen die Partner Daten, Arbeitsabläufe und das Werkstattnetz. GEICO-Schadenchef Shane Wheeler verweist auf eine Kundenzufriedenheit von 97 Prozent, die man mit dem Schritt halten wolle.
Finanzielle Details nennen die Unternehmen nicht. Für die Berkshire-Zahlen dürfte die Vereinbarung kurzfristig kaum ins Gewicht fallen. Sie passt aber zu einem Versicherungsgeschäft, in dem Schadenkosten und Reparaturdauer direkt auf die Marge durchschlagen.
Der Blick zurück: Buffetts größte Irrtümer
Buffett, inzwischen 96, hat seine Fehlentscheidungen über Jahrzehnte offen eingeräumt. Der teuerste Zukauf der Berkshire-Geschichte, der Metallverarbeiter Precision Castparts, kostete 2016 rund 32 Milliarden Dollar. Buffett schrieb später, er sei beim normalisierten Gewinnpotenzial zu optimistisch gewesen.
Noch deutlicher fiel sein Urteil über Dexter Shoes aus. Den Schuhhersteller kaufte er 1993 für 433 Millionen Dollar, am Ende kostete er die Aktionäre nach seiner Rechnung 3,5 Milliarden Dollar. Er nannte ihn seinen „grausamsten Fehler“.
Auch verpasste Chancen gehören zur Liste. Im Corona-Crash vom März 2020 verkaufte Buffett Airline-Aktien, statt nachzukaufen. Später räumte er ein, er habe die Gelegenheit „total vermasselt“. Amazon beobachtete er lange, kaufte aber nie.
Am schwersten wiegt in seiner eigenen Darstellung der Kauf von Berkshire Hathaway selbst. Das einstige Textilunternehmen kostete ihn nach eigener Schätzung langfristig rund 200 Milliarden Dollar an entgangenen Erträgen. Zugleich wurde es die Grundlage für alles, was danach kam.
Wie Berkshire Hathaway die Technologiepartnerschaft bei GEICO in den kommenden Quartalen in der Schadenquote spiegelt, zeigen erst die nächsten Quartalszahlen. Konkrete Effekte hat bislang keine der beteiligten Seiten beziffert.
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