Berkshire Hathaway hat im zweiten Quartal 2026 die Rolle gewechselt: Nach 14 Quartalen mit Nettoverkäufen wurde der Konglomerat-Konzern von Warren Buffett und dessen Nachfolger Greg Abel wieder zum Nettokäufer von Aktien. Rund 20 Milliarden Dollar flossen netto in neue Beteiligungen, wie aus den Quartalszahlen vom 8. August hervorgeht. Die Aktie notierte am Freitag bei 654.000,00 Euro, ein Plus von 0,9 Prozent zum Vortag.

Operatives Geschäft trägt, Versicherung schwächelt

Die operativen Gewinne kletterten im zweiten Quartal um 16 Prozent auf 12,98 Milliarden Dollar. Treiber waren vor allem die Sparten außerhalb des Versicherungsgeschäfts: Herstellung, Service und Handel legten um 24 Prozent auf 4,47 Milliarden Dollar zu, die Energiesparte Berkshire Hathaway Energy steigerte ihren Gewinn um 27 Prozent auf 891 Millionen Dollar, und die Eisenbahntochter BNSF verbesserte sich um 6 Prozent auf 1,56 Milliarden Dollar.

Gegenläufig entwickelte sich das Versicherungsgeschäft, traditionell das Herzstück des Konzerns. Die Underwriting-Erträge sanken um 13 Prozent auf 1,73 Milliarden Dollar, die Kapitalerträge aus dem Versicherungsgeschäft gaben um 9 Prozent auf 3,06 Milliarden Dollar nach.

Der Versicherungsfloat, jenes für Investitionen nutzbare Kapital aus Prämieneinnahmen, wuchs zum 30. Juni dennoch leicht auf rund 177,5 Milliarden Dollar, ein Zuwachs von etwa 1,1 Milliarden Dollar seit Jahresende 2025.

Je Aktie der B-Klasse erzielte Berkshire einen Gewinn von 6,02 Dollar und übertraf damit die Erwartungen der Analysten von 5,13 Dollar deutlich.

Kurswechsel im Portfolio

Die Kehrtwende zeigt sich auch in der Aktienauswahl. Laut der jüngsten Pflichtmitteilung an die US-Börsenaufsicht kaufte Berkshire im zweiten Quartal Aktien im Wert von 23,5 Milliarden Dollar zu, verkaufte im Gegenzug aber nur für 3,7 Milliarden Dollar.

Aufgestockt wurden die Positionen in Alphabet, Delta Air Lines, Lennar, Macy’s und der New York Times. Deutlich reduziert wurden dagegen die Anteile an Bank of America, DaVita, Kroger, Ally Financial und Capital One.

Beim Alphabet-Investment bleibt ein offener Punkt: Die im Juni angekündigte Direktabnahme von Aktien im Wert von 10 Milliarden Dollar hat der Konzern bislang nicht formell als abgeschlossen bestätigt. Parallel griff Berkshire im Immobiliensektor zu und schloss die Übernahme des Bauunternehmens Taylor Morrison für 72,50 Dollar je Aktie ab, ein Eigenkapitalwert von rund 6,8 Milliarden Dollar.

Auch bei eigenen Aktien wurde Berkshire aktiv: Im zweiten Quartal erwarb der Konzern für etwa 4,5 Milliarden Dollar eigene Anteile zurück, womit sich das Rückkaufvolumen der ersten sechs Monate auf rund 4,8 Milliarden Dollar summiert.

Rechtliches Kapitel abgeschlossen, Reise nach Japan geplant

Ein Berufungsgericht in St. Louis bestätigte Ende August die 2024 getroffene Vergleichsvereinbarung in der Sammelklage gegen die Berkshire-Tochter HomeServices of America wegen Kartellabsprachen bei Immobilienprovisionen. Das Unternehmen zahlt 250 Millionen Dollar seines Anteils an der Gesamtsumme von über einer Milliarde Dollar.

Auf strategischer Ebene bahnt sich zudem eine Reise von CEO Greg Abel nach Japan im September an, bei der Treffen mit den Handelshäusern Mitsubishi, Mitsui, Marubeni, Itochu und Sumitomo geplant sind. Die Ratingagentur AM Best hob unterdessen den Ausblick für die Berkshire-Tochter GUARD Insurance Companies von negativ auf stabil an und begründete dies mit einer operativen Trendwende bei dem Versicherer.

Charttechnisch bewegt sich die Aktie derzeit in der Nähe ihres 50-Tage-Durchschnitts von 655.850,00 Euro und liegt gut 4,7 Prozent unter dem 52-Wochen-Hoch von 686.000,00 Euro aus dem August. Seit Jahresbeginn steht ein Plus von 2,7 Prozent zu Buche.