Berkshire Hathaway kauft eigene Aktien in einem Tempo zurück, das es so noch nie gab. Im dritten Quartal flossen rund 9,6 Milliarden Dollar in Rückkäufe, während der operative Gewinn sank. Die Zahlen kamen am Samstag.

Versicherungsgeschäft bremst

Der operative Gewinn fiel um etwa sechs Prozent auf 12,71 Milliarden Dollar, nach 13,49 Milliarden im Vorjahresquartal. Je A-Aktie entspricht das rund 8.954 Dollar. Hauptgrund sind schwächere Ergebnisse im Versicherungsgeschäft über mehrere Einheiten hinweg.

Andere Bereiche liefen besser. Die Güterbahn BNSF, Berkshire Hathaway Energy und einzelne Industriebeteiligungen steigerten ihre operativen Gewinne, konnten den Rückgang bei den Versicherern aber nicht ausgleichen.

Beim Nettogewinn fiel der Einbruch deutlicher aus: Er sank um 28 Prozent auf 22,11 Milliarden Dollar. Dort schlagen unrealisierte Kursgewinne und -verluste des Aktienportfolios durch, weshalb Warren Buffett den operativen Gewinn als aussagekräftigere Größe betrachtet. Der Umsatz legte dagegen von knapp 95 auf gut 105 Milliarden Dollar zu.

Mehr Rückkäufe, mehr Cash

Die Rückkaufsumme übertrifft alles, was der Konzern bisher in einem Quartal ausgegeben hat. Im zweiten Quartal waren es 4,5 Milliarden Dollar, im ersten lediglich 234 Millionen. Berkshire signalisiert damit, dass es die eigenen Aktien bei den aktuellen Kursen für attraktiv hält. Das ist eine Deutung, bestätigt hat der Konzern sie nicht.

Parallel dazu wuchs der Kassenbestand weiter. Barmittel und kurzfristige Staatsanleihen stiegen bis Ende September auf einen Rekordwert von 377,4 Milliarden Dollar, nach 365,5 Milliarden Ende Juni. Trotz der hohen Rückkäufe bleibt also genug Pulver trocken.

Der Kassenberg zeigt ein bekanntes Problem. Große Übernahmen zu vernünftigen Preisen sind selten, zumal private Bewertungen hoch liegen. Berkshire findet offenbar kaum Ziele, die in die Größenordnung des Konzerns passen.

Reaktion offen

Die B-Aktie schloss am Freitag bei 570,89 Dollar, ein Minus von 0,25 Prozent. Die Zahlen kamen erst nach Handelsschluss. Die erste Kursreaktion folgt daher am Montag, wenn die Börse wieder öffnet. Dann zeigt sich, ob Anleger den Rekord bei den Rückkäufen höher gewichten als den Rückgang im Versicherungsgeschäft.