Der Ingenieurdienstleister Bertrandt hat im dritten Quartal des Geschäftsjahres 2025/26 eine spürbare Verringerung seiner operativen Verluste erzielt. Wie das Unternehmen im Rahmen der aktuellen Berichterstattung mitteilte, sank die Gesamtleistung im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 4,7 Prozent auf 214,9 Millionen Euro. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) belief sich auf minus 15,8 Millionen Euro. Im entsprechenden Vorjahresquartal hatte dieser Wert noch bei minus 24,6 Millionen Euro gelegen.

Deutliche Kosteneffekte durch Sparprogramm

Ein wesentlicher Treiber für die Stabilisierung der Ertragslage ist das Effizienzprogramm „Fit-for-Future“ (F³). Die darin realisierten Einsparungen übersteigen mit mehr als 120 Millionen Euro das ursprünglich anvisierte Ziel von 70 bis 90 Millionen Euro deutlich. Im Zuge dieser Maßnahmen reduzierte das Unternehmen die Anzahl der Mitarbeiter um 9 Prozent. Zum Ende des Berichtszeitraums waren noch 11.537 Beschäftigte für den Konzern tätig.

Für das anstehende vierte Quartal des laufenden Geschäftsjahres zeichnet sich ein operativer Wendepunkt ab. Marktbeobachter rechnen mit einem positiven EBIT in Höhe von 8,0 Millionen Euro. Damit würde Bertrandt nach den Verlusten der vorangegangenen Perioden in die Gewinnzone zurückkehren. Wie aus einem am Montag durchgeführten Earnings Call hervorgeht, setzt das Management weiterhin konsequent auf die Optimierung der Kostenstrukturen.

Die Analysten der Montega AG bestätigten gestern ihre Kaufempfehlung für die Aktie. Sie setzen das Kursziel auf Sicht von zwölf Monaten bei 18,00 Euro fest. Trotz der Fortschritte beim Sparprogramm und der positiven Analysteneinschätzung notiert das Papier am heutigen Donnerstag mit 8,84 Euro rund 2,43 Prozent tiefer.

Marktumfeld bleibt herausfordernd

Die langfristige Kursentwicklung spiegelt die bisherigen Schwierigkeiten des Unternehmens und der gesamten Branche wider. Seit Jahresbeginn verzeichnete der Wert einen Rückgang von 52,42 Prozent. Aktuell notiert die Aktie etwa 59,73 Prozent unter ihrem 52-Wochen-Hoch, das Ende Oktober des vergangenen Jahres erreicht wurde. Die Marktkapitalisierung des Unternehmens liegt damit gegenwärtig bei knapp 88 Millionen Euro.

Das Branchenumfeld zeigt sich unterdessen gespalten. Während Automobilzulieferer wie Aumovio ebenfalls weltweite Stellenstreichungen ankündigten, lieferte der Ifo-Geschäftsklimaindex für die deutsche Autoindustrie zuletzt Hoffnungsschimmer. Im Juli stieg der Index um sechs Punkte auf minus 15,6 Zähler. Insbesondere die Geschäftserwartungen erreichten den höchsten Stand seit mehr als drei Jahren, was auf eine allmähliche Stabilisierung des Sektors hindeuten könnte, von der auch Dienstleister wie Bertrandt profitieren dürften.