Der US-Pionier für pflanzliche Fleischalternativen Beyond Meat versucht, mit einer Reihe neuer Kooperationen und einer erweiterten Produktpalette in den USA neue Wachstumsimpulse zu setzen. Am Mittwoch gab das Unternehmen eine Partnerschaft mit der bekannten Bäckereikette Milk Bar bekannt.
Im Rahmen dieser Kooperation werden bis zum 5. Oktober zwei limitierte herzhafte Gerichte — die „Beyond Breakfast Sausage & Egg Spiral“ und die „Beyond Meatball Parm Roll“ — in den Flagship-Stores in New York City und Los Angeles angeboten.
Expansion im Einzelhandel und Gastronomie
Parallel zur Kooperation in der Gastronomie baut das Unternehmen seine Präsenz im Bereich funktionaler Getränke aus. Am Montag weitete Beyond Meat den Vertrieb seiner ersten Getränkelinie „Beyond Immerse“ auf sämtliche Standorte der Bio-Supermarktkette Erewhon im Süden Kaliforniens aus. Diese operativen Schritte erfolgen zu einem Zeitpunkt, an dem das Unternehmen versucht, seine Marktposition durch Diversifizierung und gezielte Partnerschaften in urbanen Zentren zu stabilisieren.
Die neuen Produkte und Vertriebskanäle sollen helfen, die schwache Umsatzentwicklung der vergangenen Monate abzufangen. Vor gut drei Wochen hatte das Unternehmen für das zweite Quartal 2026 einen Nettoumsatz von 68,8 Millionen US-Dollar gemeldet, was einem Rückgang von 8,2 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum entsprach.
Zwar konnte ein Nettogewinn von 16,4 Millionen US-Dollar ausgewiesen werden, dieser resultierte jedoch primär aus einem einmaligen, nicht zahlungswirksamen Gewinn in Höhe von 57,7 Millionen US-Dollar aus einer Schuldenrestrukturierung. Der bereinigte Verlust vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) belief sich hingegen auf 27,7 Millionen US-Dollar.
Strategische Maßnahmen nach dem Aktiensplit
Um die Notierung an der Technologiebörse Nasdaq zu sichern, vollzog Beyond Meat am 14. August einen Aktiensplit im Verhältnis 1 zu 30. Durch diesen Reverse Stock Split wurde die Anzahl der autorisierten Stammaktien von 3 Milliarden auf 100 Millionen reduziert.
Ziel der Maßnahme ist es, die Nasdaq-Anforderung eines Mindestkurses von 1,00 US-Dollar pro Aktie dauerhaft zu erfüllen. Die Frist, um diesen Schlusskurs an zehn aufeinanderfolgenden Geschäftstagen zu halten, läuft am kommenden Montag ab.
Im Zuge dieser Kapitalmaßnahme veränderten sich auch die Positionen der Leerverkäufer signifikant. Medienberichten zufolge fiel das Short Interest bis Mitte August um 96,1 Prozent auf 5,1 Millionen Aktien. Dennoch blieben etwa 30,4 Prozent der frei handelbaren Aktien leerverkauft, was auf eine weiterhin hohe Skepsis des Marktes gegenüber dem Geschäftsmodell hindeutet.
Auf der anderen Seite zeigten institutionelle Investoren im zweiten Quartal verstärktes Interesse: So erhöhte HSBC Holdings PLC seine Position laut regulatorischen Meldungen um mehr als 1.800 Prozent auf über 660.000 Anteile.
Analysten skeptisch trotz operativer Impulse
Die Einschätzungen der Analystenhäuser bleiben trotz der neuen Partnerschaften überwiegend vorsichtig bis negativ. Die Experten von Barclays bestätigten am 17. August ihre Einstufung mit „Underweight“.
Das Kursziel passten sie infolge des Aktiensplits rein rechnerisch von zuvor 0,50 US-Dollar auf nun 10,00 US-Dollar an. Insgesamt wird der Wert in Medienberichten mit einem Konsensrating von „Strong Sell“ geführt, wobei fünf Verkaufsempfehlungen lediglich drei Haltepositionen gegenüberstehen.
An der Börse konnte die Aktie zuletzt keine nachhaltige Erholung verzeichnen. Am Freitag schloss das Papier mit einem leichten Plus von 0,9 Prozent bei 14,12 US-Dollar. Damit verlor der Titel auf Sicht der letzten 30 Tage insgesamt 11 Prozent an Wert.
Der verhaltene Ausblick des Managements für das dritte Quartal, das einen Umsatz zwischen 60 Millionen und 65 Millionen US-Dollar in Aussicht stellt, belastet das Vertrauen der Anleger weiterhin. Dieser Korridor würde eine Fortsetzung des sequenziellen Abwärtstrends gegenüber dem zweiten Jahresviertel bedeuten.
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