Während der MDAX am Montagmittag zulegt, fällt die Bilfinger-Aktie gegen den Trend. Das Papier des Industriedienstleisters notiert aktuell bei 86,65 Euro – ein Minus von 2,42 Prozent zum Freitagsschluss. Dabei liefern die volkswirtschaftlichen Rahmendaten eigentlich Grund zur Zuversicht.

Auftragsdaten überraschen positiv

Das Statistische Bundesamt meldet für Mai einen Anstieg der realen Auftragseingänge von 1,9 Prozent. Analysten hatten nur mit einem Plus von rund 1,1 Prozent gerechnet. Vor allem die Auslandsaufträge aus der Eurozone zogen an. Für einen Dienstleister wie Bilfinger, der Industrieanlagen wartet und effizienter macht, wäre das eigentlich ein gutes Signal.

Doch der Markt reagiert verhalten. Seit Jahresbeginn steht bei der Bilfinger-Aktie ein Minus von 21,51 Prozent zu Buche. Der Abstand zum 52-Wochen-Hoch von 127,90 Euro aus dem Februar ist auf 32 Prozent angewachsen. Der relative Stärkeindex (RSI) liegt mit 53,8 im neutralen Bereich.

Fundamentaldaten bleiben stabil

Bilfinger selbst gibt keinen Anlass zur Sorge. Das erste Quartal brachte ein profitables Wachstum: Der Umsatz stieg um vier Prozent auf 1,31 Milliarden Euro, der Gewinn je Aktie kletterte von 0,84 auf 0,99 Euro. Das entspricht einem Plus von 17 Prozent.

Der Konzern hält an seiner Prognose für 2026 fest. Erwartet wird ein Umsatz zwischen 5,4 und 5,9 Milliarden Euro. Die EBITA-Marge soll zwischen 5,8 und 6,2 Prozent liegen. Analysten rechnen für das Gesamtjahr mit einem Gewinn von 6,03 Euro je Aktie.

Aufwärtspotenzial von 35 Prozent

Das durchschnittliche Kursziel liegt bei 118,50 Euro. Vom aktuellen Niveau aus wäre das ein Aufwärtspotenzial von über 35 Prozent. Hinzu kommt die Dividende: Für das Geschäftsjahr 2025 zahlte der Konzern 2,80 Euro je Aktie. Bilfinger hat die Ausschüttung in den letzten Jahren viermal in Folge erhöht.